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	<description>Modernes und zielgerechtes Webdesign</description>
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		<title>Worthülsen und generischer Satzbrei</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 15:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort und Text]]></category>

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		<description><![CDATA[Texte im Web Teil 1: Wie man's nicht macht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Content is king. Das sagt sich so leicht. Im Web bedeutet Content vor allem eines: Text. Überschriften. Slogans. Wordings. Doch nicht jeder Silbenhaufen vermag ein guter Fesslungskünstler zu sein. Man bekommt gar hie und da den Eindruck, reichlich Budget würde in Gestaltung und Technik fließen; doch was man zu sagen hat erfährt höchstens stiefmütterliche Behandlung. Beispiele von Geschwafel in seiner schönsten Digitalisierung.<span id="more-1056"></span></p>
<p>Das Design steht, die Struktur ist klar, die Inhalte müssen &#8220;nur noch eingepflegt&#8221; werden. Selbst in dem glücklichen Fall, dass dieser Inhalt bereits formuliert, lektoriert und &#8211; rein orthografisch &#8211; fehlerfrei ist, kann ein gut gemeinter Ansatz genau das bleiben: gut gemeint. Und das ist bekanntlich das Gegenteil von gut. Der Zweck, den diese Website, dieser Flyer oder dieser Statuseintrag irgendwann mal erfüllen sollte, ist dahin. Wie schnell er dahin sein kann, zeigen folgende Beispiele anschaulich.</p>
<p>Weil ich keinem Texter oder engagierten Betreiber persönlich an den Pranger stellen möchte, bleiben die Quellen für den Moment mein Geheimnis. Die Texte sind ohnehin nur Stellvertreter für zig Ausführungen ihrer Art, wie sie überall im Netz und anderswo anzutreffen sind.</p>
<h3>Vermeintlicher Umweltschutz: Phrasen zu 100% recyclen!</h3>
<blockquote>
<p>Top-Agent [Name] lässt es krachen! Mit modernsten Waffensystemen zieht er gegen eine Armee von Terroristen in einen gnadenlosen Kampf. Sein Ziel ist eindeutig: den terroristischen Aufmarsch und somit die Bedrohung der Welt durch Massenvernichtungswaffen zu stoppen &#8211; koste es, was es wolle!<br /> Erleben Sie das weltweit vielfach ausgezeichnete [Spieltitel] erstmals auf PC. Die spektatkuläre, filmreife Action lässt selbst Hollywood erblassen und wird Sie nicht mehr loslassen. Sind Ihre Nerven stark genug, um dieses intrigengespickte Abenteuer voller Überraschungen zu überstehen?</p>
<p><cite>Von der Rückseite einer Spieleverpackung</cite></p>
</blockquote>
<p>Ist doch klar um welches Spiel es geht, oder? Ich gestehe, dieser Text stammt von keiner Website, sondern von der Rückseite eines PC-Spiels. Es handelt sich um ein ausgezeichnetes Spiel, das sowohl unique als auch faszinierend ist. Doch das verrät uns der Text nicht. In die beiden Lücken lassen sich x-beliebige Heldennamen und Spieletitel einfügen, alles würde funktionieren. Denn Phrasen sind austauschbar, legen sich wie eine glattgeschliffene Norm über jeden Kontext und stehlen ihm jeglichen Sinn für Einzigartigkeit und Prägnanz. Content ohne Inhalt quasi.</p>
<h4>Wie man Austauschbarkeit vermeidet</h4>
<p>Wer aus einem zu prüfenden Text einmal alle markenbezogenen Substantive entfernt, erkennt schnell, ob die Worte immer noch das Produkt oder die Dienstleistung im Kern treffen. Funktioniert der Text aber mit tausend anderen Substantiven gleichermaßen, sollte die Austauschbarkeits-Alarmglocke läuten.</p>
<h3>Fragen, die Sie sich nie gestellt haben</h3>
<blockquote>
<p>Für Unternehmen und Verwaltungen gilt: Nur wenn Daten und Lösungen reibungslos funktionieren, ist ein sicheres und effizientes Arbeiten möglich. Doch wenn die Lösung zu kompliziert ist, die Daten nicht stimmen oder andere IT-Probleme auftreten, kann es zu verzögerter Arbeitsfähigkeit und bei Unternehmen auch zu betriebswirtschaftlichen Schäden kommen.</p>
<p><cite>Belehrungen als Startseitentext</cite></p>
</blockquote>
<p>Also grob zusammen gefasst: wenn&#8217;s scheiße läuft, läuft&#8217;s scheiße. Das waren gut 350 Zeichen für die Kategorie &#8220;um den Brei herumreden&#8221;. Womit sich das Unternehmen tatsächlich beschäftigt, wird erst ein Absatz später zur Sprache gebracht:</p>
<blockquote>
<p>Herzlich willkommen auf der Homepage von [Firmenname]. Mit unseren Dienstleistungen und Produkten möchten wir Sie dabei unterstützen, Ihre (Geo) Daten-Infrastruktur zu einem leistungsfähigen Bestandteil Ihres Arbeitsalltags zu machen. Ob Hardware, Software oder Serviceleistungen – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.</p>
<p><cite>Der zweite Absatz dieser Startseite</cite></p>
</blockquote>
<p>Allerdings: knapp daneben ist auch vorbei. Diese Firma macht was mit Geodaten-Infrastruktur, so wie ich &#8220;was mit Medien&#8221; mache. Dieser Text beantwortet keine Fragen, sondern wirft sie auf. Von &#8220;was sind Geodaten&#8221; bis hin zu &#8220;warum sollte ich den Kontakt aufnehmen?&#8221;. Stellt sich dem oder der Besucher/in diese letzte Frage, kann man im Falle einer Website, die die Kontaktaufnahme durch den User als Ziel definiert, vom Scheitern auf ganzer Linie sprechen.</p>
<h4>Faseln vermeiden</h4>
<p>Vermeintliche Einleitungen und Verallgemeinerungen sind verschwendeter Platz und teuer bezahlte Zeit. Virtuelles Papier ist vielleicht geduldig, das Publikum ist es nicht. Es gilt, zu Anfang auf den Punkt zu kommen. Wenn nach einem Absatz nicht klar umrissen ist, was hier geschieht, war&#8217;s das mit dem potentiellen Kunden. Es ist nicht davon auszugehen, dass Ihr Publikum auf dem gleichen Wissenstand ist wie der oder die Texterin. Im Gegenteil. Auf &#8220;Wir machen was mit Geodaten-Infrastruktur&#8221; reagiert beispielsweise niemand mit &#8220;das ist genau das was ich brauche!&#8221;. Es ist schlicht zu unpräzise.</p>
<h3>Unnützer Platzhalter</h3>
<blockquote>
<p>Willkommen auf den Internetseiten der [Firmenname], unsere Webpräsenz wird zur Zeit überarbeitet und steht Ihnen demnächst wieder mit allen Informationen zur Verfügung.</p>
<p><cite>Eine Baustellenseite</cite></p>
</blockquote>
<p>Dieser Text stammt von einer Seite, die derzeit in Überarbeitung ist. Mehr weiß ich auch nicht. Mehr steht dort auch nicht. Vielleicht gibt die URL noch was her, womöglich auch nicht. Vielleicht bin ich auf diese Seite durch eine Empfehlung gekommen, vielleicht zufällig. Was diese Seite werden will, wenn sie mal groß ist, weiß nur sie selbst. Wozu dann dieser Platzhalter? Niemand muss sich die Mühe für eine &#8220;Under Construction&#8221;-Seite machen, wenn damit kein Appetit angeregt wird.</p>
<h4>Rücken Sie raus mit der Sprache</h4>
<p>Für Platzhalter gilt: machen Sie das beste daraus, dass Sie noch unter Hochdruck an der Präsenz arbeiten. Besucher wollen auf den Geschmack gebracht, angeregt werden, die Seite bald wieder zu besuchen. Sonst ist diese Adresse so schnell aus dem Besucher-Gedächtnis wie der Name des zweiten Menschen auf dem Mond.</p>
<h3>Absurde Absichten</h3>
<blockquote>
<p>Wir freuen uns, dass Sie unsere Internet-Präsenz besuchen. Als modernes multifunktionales Medien- und Dienstleistungsunternehmen wollen wir Sie gerne auch online mit allen Informationen rund um unsere Angebote versorgen.</p>
<p><cite>Gute Vorsätze im Introtext</cite></p>
</blockquote>
<p>Warum der Anbieter nicht genau das tut, was er in diesem Vorspann verspricht, bleibt sein Geheimnis. Kein Geheimnis hingegen ist, dass dieser Text keinen Zweck erfüllt, außer ein paar glänzende Adjektive rund um das Unternehmen zu platzieren. Also ist die Absicht eine ganz andere. Denn eigentlich sagt dieser Text:</p>
<p><em>Wir freuen uns, Ihnen diesen Text vorlegen zu können. Als Firma möchten wir im besten Licht stehen und erzählen Ihnen daher was von guten Absichten, damit Sie sich folgendes über uns merken: wir sind toll, hipp und uns interessiert nicht die Bohne, was Sie möchten.</em></p>
<h3>Promises, promises!</h3>
<blockquote>
<p>Durch unsere optimierte Vertriebsstruktur, die große Sortimentsvielfalt sowie permanente Produktinnovationen sind positive Umsatzentwicklungen garantiert. Dabei legen wir großen Wert auf Qualitätsdenken, Flexibilität und Zuverlässigkeit als Basis für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir liefern Ware von höchster Qualität zu unvergleichlichen Preisen und unterstützen Ihren Erfolg mit attraktiven Verpackungen und verkaufsfördernden Präsentationselementen.</p>
<p><cite>Von der Website eines Hundefuttervertriebs</cite></p>
</blockquote>
<p>Mal abgesehen von dem wiederholten Problem der Austauschbarkeit wie in Beispiel Nummer eins leidet dieser Text an Adjektivitismus. Das ruft gleich mehrere Probleme auf den Plan:</p>
<ol>
<li><strong>Der Text ist schwer lesbar</strong>.<br />Während des Lesens eines Textes versuchen wir stets, die für uns relevanten Punkte in den Fokus zu bekommen. Das sind in der Regel bestimmte Substantive und Schlüsselbegriffe. Adjektive und überschwängliche Attribute gehören meist nicht dazu.</li>
<li><strong>Der Text benennt das erwartbare</strong>.<br />Es ist ja löblich, dass diese Firma so viele gute Eigenschaften vereint. Aber sind Qualitätsdenken, Flexibilität und Zuverlässigkeit das nicht etwas, dass man von jedem Anbieter erwarten können sollte?</li>
<li><strong>Der Anbieter wirkt unglaubwürdig</strong>. <br />Wer so mit positiven Attributen und Adjektiven um sich wirft, läuft Gefahr, jede Authentizität und damit Glaubwürdigkeit zu verspielen. Taten oder Aussagen anderer Personen sind deutlich dankbarere Beweise, übertriebenes Selbstlob riecht tatsächlich irgendwann unangenehm. Marketinggefasel und leere Versprechungen kennen wir aus den Flyern und Anrufen, die wir nie bestellt oder verlangt haben.</li>
</ol>
<h3>Zurück auf den Tron, König!</h3>
<p>Wenn also Content King ist, gibt es bei der Entwicklung jeder Kommunikation wohl nichts wichtigeres als gut kreierten Inhalt. Denn er ist es, der eine Website zum Publikumsmagneten macht. Beispiel aus dem Alltag: finden Sie die Gestaltung ihrer Tageszeitung (kein Boulevard) hipp und modern? Vermutlich nicht. Und dennoch wird kaum etwas so zuverlässig und akribisch rezipiert wie die schwarzweißen Inhalte dieses Recyclingpapiers.</p>
<hr />
<h3>Demnächst</h3>
<p>Teil zwei der Reihe &#8220;Texte im Web&#8221; beschäftigt sich mit der Frage, was Texte denn nun interessant und wirkungsvoll macht. Aus dem journalistischen leihen wir uns dafür das AIDA-Modell, die umgekehrte Pyramide und das Konzept des Nachrichtenwerts.</p>
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		<title>Checkliste: Sauberes und performantes Frontend</title>
		<link>http://mileon.net/2011/07/checkliste-sauberes-und-performantes-frontend/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 11:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitswelten]]></category>

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		<description><![CDATA[Kann man abhaken]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro" style="background: none;">Checklisten sind eine feine Sache. Ich benutze sie gerne, um den Überblick zu behalten und hinterher mich nicht darüber ärgern zu müssen, dieses oder jenes mal wieder außer Acht gelassen zu haben. Jedenfalls idealerweise. Wer nach Webstandards und mit einem entsprechenden Anspruch an Ordentlichkeit, Performanz und Zugänglichkeit Webseiten entwickelt, achtet auf zig Dinge gleichzeitig. Und im besten Fall kommt kurz vor dem Launch hinter jedes dieser Dinge ein &#8220;bedacht und erledigt&#8221;-Häkchen. Check.<span id="more-1234"></span><img class="aligncenter size-full wp-image-1241" title="flitzesauger" src="http://mileon.net/wp-content/uploads/2011/07/flitzesauger3.jpg" alt="" width="575" height="222" /></p>
<p>Spielerei am Rande: Mit Klick auf die Listenelemente kann man dieses Thema virtuell abhaken.</p>
<h3>Grundsätzliches</h3>
<ul class="checklist">
<li>Valides HTML, saubere Semantik<br />
<small>Das (eigentlich die) HTML sollte dem <a href="http://validator.w3.org/" title="Der W3C HTML-Validator">Validator</a> stand halten, aber wichtiger ist noch der korrekte Einsatz der Elemente und die Trennung von Inhalt, Präsentation und Verhalten. Webstandards und guter Stil sind große Themen, aber eine wichtige Grundvoraussetzung.</small></li>
<li>Screen- und Printstylesheet<br />
<small>Gerade letzteres wird im Eifer des Gefechts ganz gerne mal übersehen. Dabei nimmt es eigentlich kaum Zeit in Anspruch. Grundlagen bietet <a href="http://meiert.com/de/publications/articles/20070409/" title="Jens Meierts Artikel zum Thema Druckstylesheets">Jens Meierts Artikel</a>.</small></li>
<li>Stylesheets für weitere Darstellungen (Tablets, Smartphones,&#8230;)<br />
<small>Im Zuge von Responsive Webdesign und allgemeiner Optimierung für mobile Endgeräte bietet sich &#8211; je nach Anforderung des Projekts &#8211; beispielsweise der Einsatz von <a href="http://mediaqueri.es/" title="Eine Sammlung von Webseiten, die gezielt Media Queries einsetzen">Media Queries</a> und entsprechender Stylesheets an.</small></li>
<li>Validierung des CSS und Verifizierung des JavaScripts<br />
<small>Naja gut, es GIBT einen <a href="http://jigsaw.w3.org/css-validator/" title="Der W3C CSS-Validator">CSS-Validator</a>, aber durch Hacks, Vendor-Prefixes und vieles mehr spuckt der ohnehin nur Fehler aus. Ist also eher Theorie. Für (selbstredend Unobstrusive) JavaScript ist <a href="http://www.jslint.com/" title="JSLint zum Download und als Browser-Tool">JSLint</a> ein gutes Kontrolltool. Bei intensivem Einsatz von JS empfiehlt sich aufgrund der geringeren Fehleranfälligkeit in Sachen Crossbrowser der Einsatz eines Frameworks wie <a href="http://jquery.com" title="jQuery-Website">jQuery</a>.</small></li>
<li>Einsatz von HTML5-Elementen<br />
<small>&#8230;bei entsprechendem Doctype. Für alle Microsoft-Browser kleiner als IE9 macht es Sinn, die Elemente noch einmal per JS zu erläutern und  in jedem Fall sollten einige Elemente im Stylesheet auf display:block geeicht werden. Templates wie <a href="http://de.html5boilerplate.com/" title="Die Boilerplate erläutert und zum Download">HTML5 Boilerplate</a> schaffen diese und mehr Voraussetzungen für den Einsatz von HTML5.</small></li>
</ul>
<h3>Fallbacks</h3>
<ul class="checklist">
<li>JavaScript<br /><small>Die Seite sollte auch ohne JavaScript noch intakt bleiben und funktionieren. Auch wenn Google und Apple das mittlerweile anders sehen. Stichworte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Progressive_enhancement" title="Wikipedia über Progressive Enhancement">Progressive Enhancement</a> bzw. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graceful_degradation" title="Wikipedia über Graceful Degradation">Graceful Degradation</a>.</small></li>
<li>CSS<br /><small>Das Layout sollte nicht direkt explodieren, wenn bestimmte CSS-Eigenschaften nicht unterstützt werden. Werden <a href="http://blog.ginader.de/archives/2009/02/01/CSS-Voodoo-The-dark-art-of-CSS-Hacks.php" title="Dirk Ginaders wunderbare Zusammenfassung von CSS-Hacks für alle Browser">böse dunkle Hacks</a> verwendet sollten diese nicht aus Versehen Browser(generationen) beeinflussen, für die sie gar nicht gedacht waren. Auch ein Blick auf die Seite komplett ohne CSS kann Beurteilungen zur Qualität des Markups erleichtern.</small></li>
<li>PHP<br /><small>Nicht direkt eine Aufgabe des Frontend-Entwicklers, aber wenn ein Script mal Fehler ausspuckt, sollten diese einigermaßen sinnvoll formuliert und platziert sein. Gibt kaum was schöneres als &#8220;mySQL-Statement is invalid&#8230;&#8221; irgendwo überhalb des bodys.</small></li>
</ul>
<h3>Usability / SEO</h3>
<ul class="checklist">
<li>Weiterleitungen einrichten<br /><small>Häufig ändern sich bei Relaunches Website-Strukturen und alte URLs gelten nicht mehr. Für Google und für Besucher ist daher darauf zu achten, dass diese alten Adressen <a href="http://blog.antikoerperchen.de/beitrag/38/gute-weiterleitung-boese-weiterleitung-redirect-per-meta-tag-javascript-htaccess-und-php.html" title="Zum Thema gute Weiterleitungen, böse Weiterleitungen">auf die entsprechenden neuen weitergeleitet werden</a>.</small></li>
<li>Sprechende URLs durch ModRewrite<br /><small>Hübsch für Suchmaschinen und Menschen: Verständliche und lesbare URLs, auch in tiefen Ebenen.</small></li>
<li><a href="http://microformats.org/" title="Die Website des Projekts">Microformats</a><br /><small>Auf dem Weg zum semantischen Web können diese kleinen Anreicherungen für eine bestimmte Nutzergruppe echte Anwendungsverbesserungen bedeuten. Sofern (Such)Maschinen diese erweiterte Semantik auslesen, gibt es da natürlich auch Vorteile. Alternative Techniken sind <a href="http://www.w3.org/TR/rdfa-syntax/">RDFa</a> und natürlich die neuen <a href="http://www.whatwg.org/specs/web-apps/current-work/multipage/links.html#microdata">HTML5-Microdata-Spezifikationen</a>. Bislang erfahren nach meinem Stand die erstgenannten Microformats allerdings die meiste Anwendung.</small></li>
<li>Brauchbare &lt;head&gt;-Elemente: &lt;title&gt;<br /><small>Ein guter Seitentitel hilft Nutzern und Suchmaschinen. Jede (Unter)Seite sollte einen sinnvollen, individuellen Titel bekommen, das Wichtigste zuerst genannt werden <a href="http://webusability-blog.com/8-tips-for-the-perfect-title-tag/" title="Tipps für den perfekten title-tag">und noch so vieles mehr ist zu beachten</a>.</small></li>
<li>Brauchbare Metatags: description<br /><small>Auch hier macht es Sinn, jeder Seite einen sinnvollen Text zu verpassen sowie Verständlichkeit und Keywords entsprechend zu berücksichtigen &#8211; schon alleine, weil dieser Text bei den meisten Suchmaschinen als Kurzbeschreibung des Ergebnisses verwendet wird.</small></li>
<li>GEO-Tags<br /><small>Wieder einmal zur maschinenlesbaren Kategorisierung der Inhalte gut zu gebrauchen. Sie ordnen die Website geographisch ein. Macht bei Angeboten mit Standortbezug durchaus Sinn.</small></li>
<li>robots.txt<br /><small>Zwar bin ich bisher ganz gut ohne diese Datei ausgekommen, aber es hält sich die Annahme, <a href="http://www.abakus-internet-marketing.de/seo-artikel/robots-txt.htm" title="robots.txt richtig gemacht">diese Datei</a> sei <a href="http://www.businessseek.biz/article-directory/article-59.html" title="Die Bedeutung der robots.txt für SEO">nicht ganz unwesentlich</a>. Vermutlich ist da was dran.</small></li>
<li>Weitere <a href="http://liechtenecker.at/sinnvolle-meta-tags/" title="Liechtenecker zu sinnvollen Meta-tags">sinnvolle Meta-Tags</a><br /><small>Es gibt noch <a href="http://www.suchmaschinen-online.de/optimierung/meta.htm">zahlreiche weitere Metatags</a>, welche davon sinnvoll sind, sollte jeder selbst entscheiden oder vom SEOler entscheiden lassen. </small></li>
<li>Metatag robots<br /><small>Was in der Entwicklungsphase häufig auf &#8220;noindex,nofollow&#8221; gesetzt ist, sollte beim Launch dann geändert werden. Nur so als Erinnerung.</small></li>
<li>XML-Sitemap anlegen<br /><small>Für Redaktionssysteme gibt es dafür Automationen (z.B. das <a href="http://wordpress.org/extend/plugins/google-sitemap-generator/">Plugin für WordPress</a>), bei statischen Seiten hilft der <a href="http://www.xml-sitemaps.com/">Sitemap Generator</a> weiter.</small></li>
</ul>
<h3>Zugänglichkeit / Barrierearmut</h3>
<ul class="checklist">
<li>alt- und title-Attribute<br /><small>Sie gehören dazu. Während <a href="http://www.w3schools.com/tags/att_img_alt.asp" title="W3C-Schools mit Tipps zum Einsatz des alt-Attributs">alt für Bilder</a> sinnvoll und verpflichtend ist, erzeugen <a href="http://www.w3schools.com/tags/att_standard_title.asp" title="Das W3C zum title-Attribut">title-Attribute</a> zusätzliche Informationen, die moderne Browser als Tooltip beim hover-Zustand darstellen &#8211; Elementen wie <abbr> und <acronym> brauchen das title-Attribut zwingend.</small></li>
<li>Verhalten bei Schriftgrößenänderung<br /><small>Wie reagiert das Layout, wenn die Schriftgröße von Client angepasst wird? Passt es sich an, lassen sich alle Elemente sauber vergrößern oder explodiert es nach einer Zoomstufe direkt? Auch bei fixen Layouts ist die Angabe der Dimensionen in Prozent und em (respektive ex) sinnvoll.</small></li>
<li>Verhalten bei Viewport-Änderung<br /><small>Insbesondere bei <a href="http://www.highresolution.info/weblog/entry/flexible_layouts_vs_fixe_layouts_50/" title="Dirk Jesse über flexible und fixe Layouts">flexiblen Layouts</a> immer wieder mehrere Tests wert. </small></li>
<li>Darstellung ohne CSS, Darstellung/Funktionen ohne JavaScript<br /><small>Bleibt die Seite verständlich und navigierbar, wenn alle Layout-Informationen fehlen? Sind Funktionen gewährleistet, auch wenn das JavaScript versagt?</small></li>
<li>Darstellung ohne (Hintergrund)Bilder<br /><small>Sollte es dem Server mal nicht gelingen, die großkalibrigen Bilder auszuliefern, kann das eine Seite schon mal unbrauchbar machen. So etwa bei weniger eleganten <a href="http://meiert.com/de/publications/articles/20050513/" title="Eine Sammlung von Image-Replacement-Techniken">Image-Replace Lösungen</a> oder Schriftfarben, die auf ein dunkles Hintergrundbild angewiesen sind. Testen lässt sich das gut mit der <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/60" title="Das Firefox-Addon Web Developer">Web Developer Toolbar</a>.</small></li>
<li>Darstellung bei hohem und niedrigen Kontrast und ohne Farben<br /><small>Da wir niemals sicher gehen können, dass unser hübsches Design auch genau so knallig und sauber dargestellt wird wie aus unserem Bildschirm, sollten wir einige Extreme testen. Sei es, weil sehbehinderte Menschen den Kontrast hochdrehen (oder teilweise Farben umkehren) oder weil manchen Geräten die entsprechende Helligkeit und anderes fehlt.</small></li>
<li>Tastaturnavigation: :focus und Skiplinks<br /><small>Bei jeder :hover-Deklaration sollte auch ein :focus stehen. Auch die Outlines aktiv zu lassen, ist sinnvoll, wenn die gestalteten hover-Zustände ohne Mauszeiger schwierig auszumachen sind. <a href="http://www.highresolution.info/weblog/entry/skiplinks_best_practices/" title="Best Practices in Sachen Skiplinks von Dirk Jesse">Skiplinks</a> helfen Tastaturnutzern, schneller zum gewünschten Bereich auf einer Seite zu gelangen. </small></li>
<li>Funktionieren alle Ankerpunkte?<br /><small>Zum Beispiel für oben genannte Skiplinks. Testen, testen, testen.</small></li>
<li>Ist die Tabulatorreihenfolge in Ordnung?<br /><small>Bei hierarchisch sauber geschriebenem Code ist das meist kein Thema, bei Formularen oder seltsamen SEO-Tricks (wie den Header <i>nach</i> dem Content coden und per CSS nach oben positionieren) kann sowas schon mal zum Fallstrick werden.</small></li>
</ul>
<h3>Performance</h3>
<ul class="checklist">
<li>Overhead reduzieren<br /><small>Gerade bei Verwendung von HTML/CSS-Frameworks: ungenutzte Klassen rausschmeißen. Inwieweit Tools wie <a href="http://tidy.sourceforge.net/">HTMLTidy</a> noch aufräumen können, hängt vom Coding ab. Automatische CSS-Aufräumtools gibt&#8217;s zwar auch, aber das ruft auch direkt Probleme mit der Kaskade und mit Hacks auf den Plan. Weiterhin gilt: CSS-Selektoren nicht unnötig in die Länge ziehen und -Deklarationen zum Beispiel mit <a href="http://www.dustindiaz.com/css-shorthand/">Shorthands</a> schlank halten</small></li>
<li>Bildkomprimierung<br /><small>Was Photoshop schon gut kann, kann Fireworks noch besser, können Tools wie <a href="http://luci.criosweb.ro/riot/">RIOT</a>, <a href="http://www.smushit.com/ysmush.it/">Smushit</a>, <a href="http://punypng.com/">PunyPNG</a> am allerbesten: Bilder komprimieren.</small></li>
<li>Sprites, wo es geht<br /><small>Die Summe lädt schneller als ihre Einzelteile nacheinander: <a href="http://www.alistapart.com/articles/sprites" title="A List Apart stellte diese Technik bereits 2004 vor" >CSS-Sprites</a></small></li>
<li>Styles auslagern<br /><small>Damit gecached werden kann. Klar, oder?</small></li>
<li>JavaScript in den Fuss<br /><small>Damit die Seite nicht erst auf das JS warten muss, bis sie weiterlädt. Script-Elemente kurz vor den </body>-tag.</small></li>
<li>Bibliotheken aus Repositories laden<br /><small>HTTP-Requests an die eigene Domain lassen sich sparen, wenn global verwendete Elemente wie <a href="http://scriptsrc.net/">JavaScript-Bibliotheken</a> aus den öffentlichen Repositories geladen werden. So schnell wie Google liefert ohnehin niemand.</small></li>
<li>HTTP-Requests und Datenmengen verringern<br /><small>Hierfür gibt&#8217;s gleich mehrere Ansätze für verschiedene Bereiche: <a href="http://headjs.com/">head.js</a> fasst wunderbar JavaScript-Aufrufe zusammen und simplifiziert den Einsatz, <a href="http://code.google.com/p/minify/">minify</a> stampft CSS und JS zu je einer Datei zusammen ohne die Quelldateien unbrauchbar zu machen und über die Auslagerung von Datenmengen (zum Beispiel Bildern) auf Subdomains oder gleich in die Cloud (beispielsweise <a href="http://aws.amazon.com/de/s3/">Amazon S3</a>) sollte man sich Gedanken gemacht haben.</small></li>
<li>Komprimierte Auslieferung der Dateien<br /><small>Serverseitig können Dateien komprimiert und vom Client nach Erhalt wieder entpackt werden. Einträge im der <a href="http://www.debianroot.de/server/serverkomprimierung-mit-apache2-und-mod_deflate-1153.html" title="Serverseitige Komprimierung mit mod_deflate">.htaccess mit dem Modul mod_deflate</a> erzeugen entsprechende Bandbreitensparmaßnahmen.</small></li>
</ul>
<h3>Tools / Infrastruktur fürs Monitoring</h3>
<ul class="checklist">
<li>Analyse<br /><small>Kostenlos und sehr gut machen das <a href="http://www.xml-sitemaps.com/" title="Der Analysedienst von Google">Google Analytics</a> (an den <a href="http://it-runde.de/3600/google-analytics-datenschutzhinweis-im-impressum" title="Was bei der Verwendung von Google Analytics ins Impressum muss">Impressums-Text</a> denken) oder <a href="http://piwik.org/" title="Open Source Web Analytics">Piwik</a>. Als kostenpflichtiges Konkurrenztool gilt <a href="http://haveamint.com/">Mint</a>.</small></li>
<li>Google Webmaster Tools<br /><small>Wenn gewünscht oder sinnvoll, kann man <a href="https://www.google.com/webmasters/tools/home?hl=de" title="Die Webmaster-Werkzeuge von Google">hier Google die Seite etwas näher bringen</a> und Voraussetzungen für den Einsatz weitere Google-Produkte wie Adwords oder Products schaffen. Ich bilde mir auch ein, dass die Indizierung neuer Seiten dadurch schneller von statten geht. Vermutlich stimmt das nicht.</small></li>
</ul>
<h3>Cross-Browser-Testing</h3>
<ul class="checklist">
<li>Internet Explorer<br /><small>Es muss ja leider sein. Hilfsmittel sind hier <a href="http://tredosoft.com/Multiple_IE">Multiple IE</a>, <a href="http://www.my-debugbar.com/wiki/IETester/HomePage">IETester</a>, die <a href="http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=18359">IE Developer Toolbar</a> und das <a href="http://getfirebug.com/firebuglite">Firebug Lite-Bookmarklet</a>. Mac-Nutzer testen die IEs in ihrer Virtuellen Maschine (<a href="http://www.parallels.com/de/landingpage/dskd63-5/?source=g_de&#038;gclid=CLevzcvA4qkCFZIo3wodkWCuaA">Parallels</a> oder <a href="http://www.vmware.com/">Fusion</a>) oder auf einer <a href="http://www.apple.com/de/support/bootcamp/">Bootcamp-Installation</a>.</small></li>
<li>Moderne Browser<br /><small>Wer auf <a href="http://www.mozilla.com/de/firefox/" title="Download Firefox">Firefox</a> entwickelt, sollte auch die Webkit- (<a href="http://www.google.com/chrome/" title="Download Chrome">Chrome</a>, <a href="http://www.apple.com/de/safari/" title="Download Safari">Safari</a>) sowie Presto- (<a href="http://www.opera.com/" title="Download Opera">Opera</a>) engine  testen und umgekehrt. Gerade bei CSS3-Einsätzen wird der ein oder andere Prefix schon mal vergessen. Und es soll sogar Bugs in modernen Browsern gegeben haben.</small></li>
<li>Mobile Browser<br /><small>Lassen wir hier WAP mal außer Acht, sind die verbreitetsten mobilen Browser wohl der iOS Safari, ein weiterer Webkit auf den Androids und und vielleicht, auf spukigen Geräten, noch der IE irgendwas sowie Opera Mobile. So wirklich ohne echtes Endgerät zuverlässig zu testen ist schwierig, SDKs mit Device-Simulatoren gibts für <a href="http://developer.apple.com/devcenter/ios/index.action">Apple</a> und <a href="http://developer.android.com/sdk/index.html">Andriod</a>, und der <a href="http://www.opera.com/developer/tools/mobile/" title="Download Opera Mobile Emulator">Opera Mobile Emulator</a> ist das, wonach er klingt.</small></li>
</ul>
<h3>Backe, backe, Häusle baue</h3>
<p>Diese Liste wuchs in den letzten Monaten in meinen Notizen stetig und wurde immer wieder durch neue Impulse angereichert und verfeinert. Vollständig oder der Weisheit letzter Schluss ist sie deswegen noch lange nicht. Damit sie jetzt und in Zukunft vielleicht ein gutes Kontrollinstrument abgeben kann, lade ich dazu ein, Anregungen, Kritik und Erweiterungen in den Kommentaren anzubringen. </p>
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		<title>Die Woche der kleinen Welten</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 17:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen und Camps]]></category>

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		<description><![CDATA[re:publica 2011, Heimat, Verbindung und Isolation]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Wenn eine Weisheit immer wieder freudestrahlend zutrifft, dann ist es jene darüber, dass die Welt ein Dorf ist. Aber sie ist auch ein Dorf mit vielen kleinen Subdörfern. Auf der <a href="http://re-publica.de/11">re:publica in Berlin</a> als auch parallel in der Heimat habe ich beide Phänomene in den letzten Tagen erfahren können. Ein Resümee darüber, was uns verbindet und was uns trennt<span id="more-1140"></span></p>
<h3>Die Welt der Wasmitmedien</h3>
<p>Drei Tage lang hatte die &#8220;Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft&#8221; den Friedrichstadtpalast in Berlin und die angeschlossene Kalkscheune besetzt, um über allerlei Medienthemen zu diskutieren. Ein fraglos spannendes Unterfangen, bei dem es neben den weitgestreuten Themen von Gebärdensprache bis Emanzipation vor allen Dingen um das Treffen an sich ging. Viele neue Kontakte, ein Paket voller Visitenkarten und einige neue Follower auf Twitter sprechen für mich eine deutliche Sprache.</p>
<h4>Die ZusammenhalterInnen</h4>
<p><a href="http://carolin-neumann.de"><img src="http://re-publica.de/11/wp-content/themes/rp11/timthumb.php?q=85&#038;zc=1&#038;w=200&#038;h=200&#038;src=/11/wp-content/uploads/2011/03/Carolin-Neumann.jpg" class="float-left" style="width:150px; height:auto; margin-top:5px"/></a>Meine Ex-Kommilitonen und gute Freundin <a href="http://carolin-neumann.de/">Carolin</a> bewies zusammen mit ihren <a href="http://digitalmediawomen.de/">Digital Media Women</a>, was Zusammenhalt bedeutet &#8211; und wozu es führen kann. Gleich <a href="http://re-publica.de/11/blog/panel/wake-the-blog-von-datenkraken-und-internett%C3%A4tern/">zwei</a> <a href="http://re-publica.de/11/blog/panel/icons/">Sessions</a> wurden von DMW-Mitgliederinnen gehalten und gerechterweise gelobt. Zusammen mit <a href="http://twitter.com/#!/kassanja">Sanja</a> zeigte Caro auf, welchen Einfluss das Handwerkszeug der Kommunikativen Menschen auf die Öffentlichkeit haben kann. Es war die Rede von Sprache, Wortgebilden und -hülsen wie &#8220;Netzaktivisten&#8221; und &#8220;Datenkrake&#8221;, die unkritisch von vielen Textschaffenden übernommen werden. Vielleicht auch durch den abschließenden, gelungenen Appell an alle Schreiberlinge, mehr Augenmerk auf dieses Phänomen zu legen, bissen auch große Medien an und thematisierten diese Aufgabenstellung.</p>
<p>Im Übrigen gefiel das nicht jedem. Bloß gut, dass es Menschen gibt, die das eloquent relativieren können:</p>
<blockquote>
<p>ist aber auch echt nervig, dass frauen und minderheiten jetzt eure schöne konferenz kapern <a href="/#!/search?q=%23rp11" title="#rp11" class="  twitter-hashtag" rel="nofollow">#rp11</a> <a href="http://t.co/6ztr9bX" data-expanded-url="http://bit.ly/dXkZ8l" title="http://bit.ly/dXkZ8l" target="_blank" rel="nofollow" class="twitter-timeline-link">bit.ly/dXkZ8l</a></p>
<p><cite><a href="http://twitter.com/#!/ckoever/statuses/59232532293615616">@ckoever am 16. April</a></cite></p>
</blockquote>
<p>Dass trotz 2.500 Teilnehmer ein relative großer Streuverlust in Sachen Zusammenhalt festzustellen war, wurde auf einer großen Leindwand unfreiwillig visualisiert. Denn: mit dem Namensschild der re:publica-Teilnehmer, auch Badge genannt, wurde auch die zufällige Zugehörigkeit einer Farbgruppe bestimmt. Ich war <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23rp11+%23rot">#rot</a>. Jede Person, die einen Tweet mit dieser Farbe absetzte, wurde mit allen weiteren Äußerungen fortan dieser Gruppe zugeordnet und sollte im Laufe der Tage Teil eines großen Kontinents werden (je mehr Tweets einer Farbe, desto größer). Nun, die Kontinente blieben überraschend klein. Vermutlich, weil zahlreiche Teilnehmer dieses Spiel nicht mitspielen wollten. </p>
<p>Oder es lag am WLAN. Das hatte nämlich häufigere Absturz- und Comeback-Attituden als Charlie Sheen. Von der t-mobile Funkzelle ganz zu schweigen.</p>
<h4>Die Pöbler</h4>
<p>Nicht ganz unselbstkritisch wurde allerdings auch konstaniert, dass die kommunikative Reichweite der Medienmenschen doch noch irgendwie nicht in die Welt der &#8220;Normalos&#8221; vordringt. Man sei isoliert, unter sich, böte keine echten neuen Ideen. Die in der Haupstadt umliegenden Bistros und Etablissements spiegelten diesen Eindruck teilweise wieder, als sie fragten, wozu denn diese Namensschildchen gut wären, die jeder zweite Gast neuerdings um den Hals trug.</p>
<p>Untermauern konnte man diesen Eindruck durch die Theorie der Echochambers, die <a href="http://twitter.com/#!/codeispoetry">Thomas Pfeiffer</a> am Tag Eins aufstellte. Anscheinend kommen wir alle halt nicht aus unserer Haut, wenn wir mal wieder nicht über unseren gesellschaftlichen Tellerrand schauen wollen. An die Nase fassen dürfen sich aber in dieser Hinsicht nicht nur die Digital Natives. Das geht so ziemlich jedem so. <br />Siehe auch <a href="http://mileon.net/2011/04/live-von-der-republica/#tag1">Tag Eins meiner mehr oder weniger Liveberichterstattung</a>.</p>
<p><a href="http://vimeo.com/22385006">Zynisch pöbelte Sascha Lobo</a> in einer Session, dass außer ihm ja niemand den Mut hätte, die große Bühne zu betreten und Furore in Sachen neue Medien zu machen. Johlende Zustimmung aus dem arenagleichen Palast sorgte bei mir für Irritation. Mit Gedanken bei meinen zahllosen Kundengesprächen und Bemühungen, das Wesen des Internets in die &#8220;normalen&#8221; Köpfe meine Kunden zu bekommen, fühlte ich mich auf den Schlips getreten. Muss ich denn Popstar sein, um einen Unterschied zu machen? Muss ich mir die Haare rot färben, um die gute Nachricht nach außen tragen zu können? Nunja, man muss ihn schon zu nehmen wissen, den guten Sascha.</p>
<p>Apropos kleine Welt: Es soll Sessions gegeben haben, die sehr gut waren, obwohl ich sie entweder nicht besucht habe oder nicht besuchen konnte. Nicht unerwähnt bleiben soll hier eine Session von Günter Duck über das Internet als Gesellschaftsbetriebsystem. Das Internet holt diese Welt ins heimische Wohnzimmer.</p>
<blockquote>
<p>Wer 48 min. Zeit hat, sollte sich den <a href="/#!/search?q=%23rp11" title="#rp11" class="  twitter-hashtag" rel="nofollow">#rp11</a>-Vortrag von @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="wilddueck" href="http://twitter.com/wilddueck" rel="nofollow">wilddueck</a> anhören &#8211; Wer keine Zeit hat, sollte es trotzdem tun! <a href="http://goo.gl/WBQHi" target="_blank" rel="nofollow" class="twitter-timeline-link">http://goo.gl/WBQHi</a></p>
<p><cite><a href="http://twitter.com/#!/uknaus/statuses/59268865120673793">Uwe Knaus alias @uknaus</a></cite></p>
</blockquote>
<h3>Die Welt der Verwandten</h3>
<p>Mit einer Hamburgerin an der Spree chillen ist nicht das unnormalste der Welt. Wenn diese Hamburgerin dann aber die geliebte Verwandtschaft aus dem Norden begegnet, erinnert schon wieder an dieses kleine-Welt-Phänomen. So erging es jedenfalls <a href="http://twitter.com/#!/talinee">Taalke</a>, die, nichts Böses ahnend, plötzlich auf Platt von der Seite ankommuniziert wurde. </p>
<p>Mir sollte es zwei Tage später nicht besser ergehen, als ich feststellte, dass ich mit einer schon länger bekannten Bekannten im x-ten Grad verwandt bin. Da die Welt aber ein Dorf ist (hatte ich das schon erwähnt?), verrate ich nicht wer und wie und wo.</p>
<h3>Die Welt der Kollegen</h3>
<p>Gedankensprung zurück zur re:publica. Viele trafen Kollegen und Bekannte in Berlin, mich allerdings der Schlag, als ich einen aus Kindheitstagen in guter Erinnerung behaltenen Menschen wiedertraf. Der Begegnungsdialog sprach Bände:<br />
&#8220;Sag mal, heißt Du zufällig Frank?&#8221;<br />
&#8220;Bist Du der Sohn von&#8230;&#8221;<br />
&#8220;Ganz genau!&#8221;<br />
&#8220;Das ist ja&#8230; hey!&#8221;</p>
<p>Es folgten Umarmung und Verabredung. Frank (<a href="http://twitter.com/#!/frank_tentler">@frank_tentler</a>) macht jetzt auch was mit Medien. Genau wie ich. Die re:publica vermittelte nicht nur durch solche Momente, dass es beinahe nur noch Menschen in diesem Berufsfeld gibt.</p>
<p>Daheim wurde mir ein alter Kunde über einen neuen Kunden erneut vermittelt, die beides nichts von mir als ihren gemeinsamen Schnittpunkt wussten. Dass dieser neue Kunde auch irgendwie bekanntheitsgraduell mit meinem sozialen Umfeld über überraschend viele Ecken zu tun hatte, war darüber hinaus schon fast langweilig erwartbar.</p>
<p>
&#8220;In echt&#8221; durfte ich in Berlin bisher nicht persönlich bekannten aber dafür umso mehr respektierten Kollegen die Hände schütteln. Sei es dem HTML5-Experten <a href="http://twitter.com/#!/sir_pepe">Peter Kröner</a>, Technikwürze-Macher <a href="http://twitter.com/#!/macx">David Maciejewski</a> oder dem Texter <a href="http://twitter.com/#!/textformer">Nicolai Schwarz</a>. Der bereits auf dem <a href="http://mileon.net/2011/03/barcamp-foocamp-nerdcamp/">BarcampRuhr 4</a> kennengelernte und sympathische <a href="http://twitter.com/#!/fernmuendlich">Maik Wagner</a> (der die alle schon kannte) erwähnte dazu lässig:</p>
<blockquote><p> &#8220;Weißt Du, Mirko, das sind Menschen wie du und ich, die kochen auch alle nur mit Wasser&#8221;. </p>
<p><cite>Maik Wagner</cite></p></blockquote>
<p>Immerhin lässt das darauf schließen, dass wir nicht nur die gleichen Konferenzen besuchen, sondern auch unsere Tees und Kaffees auf derselben Grundlage zu uns nehmen. Puh! <img src='http://mileon.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>
Privates und geschäftliches verband sich feministischer Weise plötzlich auch am Abend bei einer <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23rp11+%23tassebier">Tasse Bier</a>. Während ich am Jahresende 2009 mit Alice Schwarzers Magazin EMMA im Gespräch über den Relaunch war, sprach ich nun mit Alex, die ihres Zeichens seit einigen Monaten Redakteurin bei eben diesem <a href="http://www.emma.de/">politischem Magazin von Frauen für Menschen</a> ist. Da ich die EMMA seit Kindheitstagen kenne und Jahre später immer noch schätze, war dieser Kontakt wirklich etwas Besonderes und fühlte sich so an, als würden sich zwei lose Enden zu einem Ganzen zusammen fügen.
</p>
<h3>Die Welt der Prominenten</h3>
<p>Das wir tatsächlich alle mit Wasser kochen und uns gar nicht so fremd sind, bewies der <a href="http://www.wdr.de/themen/computer/2/republica/netzimage_140411.jhtml">WDR, der das Thema der Digital Media Women auf der re:publica zum Aufhänger</a> erhob. Von wegen Reichweitenproblem. Als <a href="http://savethepony.de">Chrisi</a> am Morgen des 3. Berlin-Tages verlauten ließ, dass der Malotki von 1Live sich zu eben diesem Aufänger regte, war klar, dass Zusammenhalt Wellen schlagen kann.
</p>
<p>
Berlin protzt nicht bewusst mit Prominenz, aber dass einem der ein oder andere bekanntere über den Weg läuft, ist nicht ganz auszuschließen. Vielleicht gesehen habe ich: Wirtschaftsminister Brüderle. Absteigen sehn habe ich: Umweltminister Röttgen. Rauchen sehn habe ich: Ben Becker. Letzterer wenigstens erzeugte in mir nicht dieses vehemente Gefühl der Abneigung. Berlin ist manchmal halt auch ein Wechselbad der Gefühle.
</p>
<h3>Die Welt der Besseren</h3>
<p>Diese meine erste re:publica war viel besser, als manche anscheinend niezufriedenen im Nachhinein erzählen. Und ich bin froh, dass die positiv denkende Digitale Gesellschaft sich schlagfertig zu verteidigen weiß. Wer mault, soll&#8217;s besser machen. Für mich war&#8217;s gut genug, mal abgesehen von der fehlenden Plastikschutzhülle für mein Namensschild und den teilweise zu kleinen Räumen. Der Überlauf dieser Räume steht ja auch mal wieder im Kontrast zu den lautstarken Echauffierungen.
</p>
<p>Verbesserungsbedarf ist da, na klar, wirklich versaut hat&#8217;s aber keiner, im Gegenteil. Die Welt ist ja anscheinend klein genug, um auf kurzen Wegen nächstes Jahr aktiv zum Erfolg beizutragen. Gegen etwas zu sein ist einfach und twittern kann jeder. Mehr oder weniger.</p>
<hr />
<p>In voller Länge schildere ich meinen <a href="http://mileon.net/2011/04/live-von-der-republica/">subjektiven Eindruck der re:publica einen Eintrag früher</a>.</p>
<p>Weitere, andere, ergänzende, erweiternde und subjektive Beiträge zur re:publica:</p>
<ul>
<li>Lena Reinhard, die nicht dabei war, macht sich dennoch interessante Gedanken um die so genannte Digitale Gesellschaft: <strong><a href="http://carta.info/39850/abwehrreflexe-die-mettpartei-und-grundsatzfragen-an-die-endnutzer-digitaler-gerate/">Abwehrreflexe, die METTPARTEI und Grundsatzfragen an die Endnutzer digitaler Geräte &raquo;</a></strong></li>
<li>Auch die Digital Media Women haben der Konferenz eine ganze Reihe gewidmet. Hier geht&#8217;s los: <strong><a href="http://www.digitalmediawomen.de/2011/04/13/voll-voller-republica-tag-1/">Voll, voller, re:publica Tag 1 &raquo;</a></strong></li>
<li>Franz Patzig findet, die re:publica war rundum gelungen und nutzt dieses wunderbare Wort &#8220;Besitzstandswahrunghysterie&#8221;, was es meines Erachtens in mancher Hinsicht ziemlich auf den Punkt bringt: <strong><a href="http://www.franztoo.de/?p=1734">re:publica 2011 at franztoo &raquo;</a></strong></li>
<li>Oben erwähnter Textformer Nicolai Schwarz war #blau und fand die #rp11 toll: <strong><a href="http://nicolaischwarz.de/web/2011/04/18/rp11-eindruecke-blau-digiges">#rp11 #eindrücke #blau #digiges &raquo;</a></strong></li>
<li>Besagte Carolin verfasste einen &#8220;absolut, vollkommen, total uneinschränkbar subjektiven Eindruck&#8221; zur Konferenz: <strong><a href="http://carolin-neumann.de/2011/04/republica-2011-rp11/">Warum ich mich vor der re:publica verneige</a></strong></li>
<li>Auch Christiane hat vom Meckern genug und lässt (bald) Bilder sprechen: <strong><a href="http://savethepony.de/2011/04/18/republica-2011/">re:publica 2011</a></strong></li>
<li>Ganz eifrig war Daniela Warndorf, die eine Liste zahlreicher Nachberichte zur re:publica zusammengestellt hat: <strong><a href="http://offensichtlich.wordpress.com/2011/04/16/republica-xi-die-nachberichte/">re:publica XI: Die Nachberichte – eine mehr oder weniger vollständige Liste &raquo;</a></strong></li>
<li>Einige Videos in HD aus dem Friedrichspalast gibt es auf <a href="http://vimeo.com/medienkoch/videos/search:rp11/sort:newest"><strong>Vimeo in Christian Cordes Stream &raquo;</a></strong></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Live von der re:publica</title>
		<link>http://mileon.net/2011/04/live-von-der-republica/</link>
		<comments>http://mileon.net/2011/04/live-von-der-republica/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 09:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen und Camps]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin leiht uns ihren (Friedrich)Stadtpalast]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">
Von der ehemaligen Kulturhauptstadt in die ehemalige ehemalige Bundeshauptstadt zur Konferenz der digitalen Gesellschaft. Ich befinde mich kurz vor der Abreise in noch ziemlich analoger Gesellschaft meiner beiden Taschen und meiner Eintrittskarte. In den kommenden Tagen vernimmt Berlin meine treue Präsenz und ich teil an der re:publica. Da geht es um Allerlei Web, was-mit-medien, Social Dingenskirchen, aber vor Allem um eins: Hach!<span id="more-1128"></span>
</p>
<h3>Pictures, please!</h3>
<p>Einen relativ impressionistischen, vielleicht auch etwas zusammenhangslosen Fotostream von meiner Handycam gibt es im <a href="https://www.dropbox.com/gallery/1436823/1/Berlin%20April%202011?h=7d6b7c">öffentlichen Teil meiner Dropbox</a> zu sehen.</p>
<h3>Schnellsprunglinks</h3>
<ul class="inartnav">
<li><a href="#tag0">Preludium</a></li>
<li><a href="#tag1">Tag Eins</a></li>
<li><a href="#tag2">Tag Zwei</a></li>
<li><a href="#tag3">Tag Drei</a></li>
<li><a href="#tag4">Postskriptum</a></li>
</ul>
<p><a name="tag0" id="tag0"></a></p>
<h3>Preludium <small>Dienstag, 12. April<br />Oder: Abhängig von Verbindungen</small></h3>
<h4>Die Bahn kommt</h4>
<p>iPhone-Tethering: check. Tasche: check. Reisefön: check. Ticket und Ticket: check check. Los geht&#8217;s. Auf nach Berlin!</p>
<p>Damit die Zugfahrt neben lustiger englisch-Radebrecherei der Zugführer auch etwas Unterhaltung bietet, habe ich gestern noch meinen iPhone-Vertrag anpassen lassen, so dass ich mich auch ohne verfügbares WLAN mit meinem Notebook via iPhone über Verbindungsabbrüche ärgern darf. Mein Twitter-Stream ist voll mit re:publicanern, alle fahren in einem anderen Zug als ich. Aber das ist halb so tragisch, da ich doch weiß, dass wir uns alle zur <a href="http://rp11live.posterous.com/remett-2011">Mett-Völlerei</a> vor dem Friedrichspalast einfinden werden.
</p>
<p>Bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h versende ich vier mal eine halbe eMail und führe mir den <a href="http://re-publica.de/11/sessions/">Session-Plan der re:publica</a> vor Augen.  Ich hätte eher damit anfangen sollen.</p>
<p>Aufgrund der schlechten Verbindung im Zug wünschte ich, der Sessionplan wäre mit einigen deskriptiveren Überschriften gesegnet. Aber dafür müsste man natürlich irgendwas mit Kommunikation (oder wenigstens mit Medien) gemacht haben. </p>
<h4>Angekommen im Zirkus</h4>
<p>Mein Zug erreicht überraschend pünktlich den berliner Hauptbahnhof und keine zwei S-Bahn-Haltestellen weiter erstrahlen die Hackeschen Höfe im Sonnenschein. Ein wenig Fußmarsch und durch die Pforte des <a href="http://www.circus-berlin.de/">Circus Hostel</a> &#8211; ein schöner Ort, mit allem, was man so braucht. Kellerbar, WLAN, Club Mate. </p>
<h4>First flush</h4>
<p>Mit Chrisi, Taalke, Meik und noch vielen weiteren in ein argentinisches Steakhouse. Völlige Verwirrung bei hin- und wegfahrt mit den hiesigen öffentlichen Verkehrsmitteln. Sechs Smartphones, dreizehn Ansagen. Am Ende haben wir es doch geschafft und nach viel zu günstigen Preisen zwei drei Bier in einer wirklich angenehmen Spelunke am Rosenthalplatz eingenommen. Jetzt wieder zurück im Hostel. Müde. Und gute N8. </p>
<p><a name="tag1" id="tag1"></a></p>
<h3>Tag Eins <small>Mittwoch, 13. April<br />Oder: Der frühe Vogel kann mich mal. Aus Gründen.</small></h3>
<h4>Frisch wie der Morgen</h4>
<p>Die Nacht im Circus Hostel wurde präsentiert vom Reiseutensil No. 1: Meinen Oropax. Keine BettnachbarIn hatte wirkliche Atemwegsprobleme zur nächtlichen Schlafstunde (aber ich hätte es ja ohnehin nicht mitbekommen) aber der ganze Zirkus in und um den Circus zirkulierte mir außerhalb meines akustischen Wahrnehmungsbereichs genug. Nach erfolgreicher Augensandvernichtung: Duschen, Haarbürste ausleihen, frühstücken und ab zum Friedrichstadpalast.
</p>
<h4>Freunde für drei Tage: Bändchen und Handgelenk</h4>
<p>Berlin ist selbst bei Regen eine Reise Wert. Der Fußweg vom Rosenthal- zum Friedrichsplatz sorgte dafür, dass Chrisi, Taalke und meine Wenigkeit den <a href="http://rp11live.posterous.com/remett-2011">Mettmob</a> ausfallen lassen mussten &#8211; was bei dem offensichtlich unnatürlich rot gefärbten Mettbelag auf den Brötchen nicht so richtig schmerzte. </p>
<p>Der Friedrichsstadtpalast ist ein beeindruckendes Gebäude. Groß, beleuchtet und Berlin-verortet. Der riesige Hörsaal wurde eigentlich nur durch die riesige Menschenmenge überboten, die in der Begrüßungssession sich entweder ungeschickt stapelte oder die theatergleiche Räumlichkeit tatsächlich sprengte.</p>
<p>Nach einem spektakulären Check-In mit vielen bekannten Gesichtern vom <a href="http://mileon.net/2011/03/barcamp-foocamp-nerdcamp/">BarCamp Ruhr 4</a> ging es auch direkt rein ins kleine Nebengebäude des Palastes, der Kalkscheune, in dem ein aufwändig vertontes und gefilmtes Panel mir und ca. 200 weiteren Gästen die Problematik von &#8220;Echochambers&#8221; näherbrachte. Es ging ums Prinzip &#8220;Gleich und Gleich gesellt sich gern&#8221;, oder anders ausgedrückt Selbstbeweihräucherung und Eierschaukeln in sozialen Gruppen. Einen Raum weiter wurde wenig später die Frage gestellt, wie dieses &#8220;Internet&#8221; eigentlich aussähe. Seit der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-klrSCWrp0w">IT Crowd liegt die Antwort dieser Frage</a> eigentlich auf der Hand.
</p>
<h4>Viel voll für Nichts</h4>
<p>Das Ärgernis des Tages geht an weitere Sessions, die für mich leider nur auf dem Papier existent blieben, da die entsprechenden Räume hoffnungslos überfüllt waren. Doch in Berlin kann man sich rund um die Aussicht auf den Alex (heißt eigentlich jetzt der Platz so oder ist damit der Fernsehturm gemeint?) die Zeit auch mit Kaffee und humorvollen Indern vertreiben. Zum Ausklang sorgte Sascha Lobo, der Mann mit Anzug und knallrotem Iroschnitt, bei einem Bier im großen Saal des Palastes für kurzweile. Für ein Resümee zitiere ich einmal mich selbst:</p>
<blockquote>
<p>Sascha Lobos Vortrag ist witzig und dabei tiefgründiger als man vll zugeben wollen würde. Nice.</p>
<p><cite><a href="https://twitter.com/#!/mileonnet/status/58227534248165376">@mileonnet am 14.04.2011</a></cite></p>
</blockquote>
<p>Man muss es schon gesehen und gehört haben. Zum Glück gibt&#8217;s ja das Internet: <a href="http://vimeo.com/22385006">Sascha Lobos Vortrag zum Thema Trollforschung.</a></p>
<h4>Wer bist denn Du eigentlich?</h4>
<p>Der große Vorteil, den man als Neuling auf solchen Veranstaltungen mitbringt, ist, dass einem gar keine andere Wahl bleibt, als sich in die Real Life Society zu schmeißen und jedes sympathische und kontaktfreudige Wesen anzuquatschen. So trieb es mich an diesem Tag von einer Gesellschaftskonstellation in die nächste. Mit zig Leuten, die ich bis heute nicht kannt (und die nun ganz doll viele neue Twitter-Follower ergeben).</p>
<p>Nachdem ich meine ursprüngliche Gruppe um Carolin (<a href="http://twitter.com/#!/carolinn">CarolinN</a>), Taalke (<a href="https://twitter.com/#!/talinee">@talinee</a>) und Chrisi (<a href="https://twitter.com/#!/lemontonic21">@lemontonic21</a>) vollends aus den Augen verlor, gab es kurzweilige Nerd-Gespräche mit Christopher (<a href="https://twitter.com/#!/JohnnyThan">@JohnnyThan</a>), Antonia (<a href="https://twitter.com/#!/soophie">@soophie</a>) und Meik (<a href="https://twitter.com/#!/fernmuendlich">@fernmuendlich</a>), Lachmuskeltraining mit Shawty (<a href="https://twitter.com/#!/Rabbit_Runz">@Rabbit_Runz</a>), ein Wiedersehen mit Manuel (<a href="https://twitter.com/#!/Schmutte">@Schmutte</a>), Steph (<a href="https://twitter.com/#!/DieSteph">@DieSteph</a>), Christian (<a href="https://twitter.com/#!/cfuerstenau">@cfuerstenau</a>), neue Gesichter wie Inken (<a href="https://twitter.com/#!/meyola">@meyola</a>) und Katrin (<a href="https://twitter.com/#!/kommanderkat">@kommanderkat</a>), und einen Absacker im Laden mit dem wohlklingenden Namen &#8220;Muschi Obermeier&#8221;, das nicht nur zahlreiche nackte Frauen an den Wänden, sondern auch Ben Becker beherbergte. Voller Neid musste die bereits ruhende Caro folgende Nachricht goutieren: </p>
<blockquote>
<p>Klassentreffen im Muschi Obermeier mit @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="fernmuendlich" href="http://twitter.com/fernmuendlich" rel="nofollow">fernmuendlich</a> @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="textformer" href="http://twitter.com/textformer" rel="nofollow">textformer</a> @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="DieSteph" href="http://twitter.com/DieSteph" rel="nofollow">DieSteph</a> @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="MarkoTosic" href="http://twitter.com/MarkoTosic" rel="nofollow">MarkoTosic</a> @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="Madlenie" href="http://twitter.com/Madlenie" rel="nofollow">Madlenie</a> @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="kommanderkat" href="http://twitter.com/kommanderkat" rel="nofollow">kommanderkat</a> uvm <a href="/#!/search?q=%23rp11" title="#rp11" class="  twitter-hashtag" rel="nofollow">#rp11</a></p>
<p><cite><a href="https://twitter.com/#!/mileonnet/status/58297155974209536">@mileonnet am 14. April viel zu spät am Abend</a></cite></p>
</blockquote>
<p>Morgen steht allerdings zu &#8220;früher&#8221; Stunde die vielleicht wichtigste Session der re:publica an: Carolin und Sanja (<a href="http://twitter.com/#!/kassanja">@kassanja</a>) legen dar, warum die Digitale Gesellschaft eine PR-Strategie benötigt: <a href="http://re-publica.de/11/blog/panel/wake-the-blog-von-datenkraken-und-internett%C3%A4tern/#day14">Wake the Blog</a>. Doch für mein nächtliches Eindringen in das gemeinsame Hostel-Zimmer heißt es nun erst einmal: don&#8217;t wake the girls. </p>
<p><a name="tag2" id="tag2"></a></p>
<h3>Tag Zwei <small>Donnerstag, 14. April<br />Oder: Tag zwei ist wie Tag eins, nur später</small></h3>
<h4>Das Wichtigste zuerst</h4>
<p>Carolins und Sanjas Vortrag war nicht nur aufregend, anregend und appellierend, sondern wurde durch eine rege Diskussion und zahlreiche Tweets honoriert.</p>
<p>Es zog mich ins Blaue und der gleichnamige Saal in der heimeligen Kalkscheune bot eine Podiumsdiskussion mit dem hochtrabenden Titel &#8220;Quo Vadis, Web?&#8221;. Der Abriss über bislang eingeführte Standards und der Entwicklung von http, html und Co. im Allgemeinen war sehr kurzweilig, die Antwort auf die aufgeworfene Frage blieb die Runde allerdings schuldig. Aber wer hätte das gedacht:</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Das Internet funktioniert nur so, weil Microsoft ne dumme Idee hatte (XMLHTTP)&#8221; bei Quo Vadis Web. Sehr gut. #rp11</p>
<p><cite><a href="https://twitter.com/#!/mileonnet/status/58458797747875840">@mileonnet mit einem nicht ganz ernst gemeinten Zitat von der Bühne</a></cite></p>
</blockquote>
<h4>Ist ein Arzt im Saal?</h4>
<p>Natürlich hatte ich, mehr oder weniger freiwillig, mir etwas Arbeit mit nach Berlin gebracht. Natürlich undankbare Arbeit, in der Fehler in reichlich chaotischem Code ausgemacht und behoben werden sollten. Dank einigen Tipps meiner &#8211; ich würde sie am liebsten Kommilitonen nennen &#8211; konnte ich das Problem quasi bei den Hoden packen, was den Rest des Tages deutlich entspannter werden lassen sollte.</p>
<h4>High society</h4>
<p>An diesem Punkt der sessionalen Ermüdung und laboratorischen Erleichterung gestattete ich mir einige längere Momente in der Crowd der so genannten digitalen Gesellschaft. Mit David<br />
(<a href="http://twitter.com/#!/macx">@macx</a>), Meik (<a href="http://twitter.com/#!/fernmuendlich">@fernmuendlich</a>) und Antonia (<a href="http://twitter.com/#!/soophie">@soophie</a>) in leichte Kunden- und Firmenlästerung vertieft, ging ich innerlich bereits den Plan für die Abendstunden durch. Also das, um das es bei der re:publica wirklich geht.</p>
<p>Die letzte Session im Riesensaal des Palastes war die klassische Twitterlesung, die für außenstehende wie ein bisschen Selbstbeweihräucherung anmuten muss. Es wurden die mehr oder weniger besten humorvollen Spitzen der einhundertvierzig-Zeichen-Blogger ausgewählt, thematisch sortiert und vorgetragen. Der zeitgleich laufende Wettbewerb des besten Offline-Tweets (dafür wurden die sonst dort sehr selten antreffbaren Utensilien Stift und Zettel verteilt) erhob die Gemeinde schlagartig in dadaistische Höhen:</p>
<blockquote>
<p>Man kann die Leute in zwei Gruppen einteilen: Gruppe eins und Gruppe zwei.</p>
<p><cite>Gewinner des besten Offline-Tweets bei der Twitter-Lesung</cite></p>
</blockquote>
<h4>Tasse Bier</h4>
<p>Und dann wurde es Zeit: einige, aber zum Glück nicht alle Besucher der letzten Session begaben sich gemeinschaftlich in die &#8220;Lora&#8221; zu einer Tasse Bier. Preis pro Tasse: ein Euro, inkl. Mehrwertsteuer. Doch auch hier hörte das Netzwerken (dankbarerweise) nicht auf: interessante Menschen, zahlreiche Visitenkarten und mindestens vier Tassen Bier bescherten mir einen gelungenen Abschluss zu einem gelungenen zweiten Tag in Berlin.</p>
<p><a name="tag3" id="tag3"></a></p>
<h3>Tag Drei <small>Freitag, 15. April<br />Oder: Lasse Zeit ziehen fürs Sightseeing</small></h3>
<h4>Der Morgen danach</h4>
<p>Heute gab es zum Startzeitpunkt der Sessions keine für mich super interessanten Angebote. Jedenfalls bildete ich mir das ein. Ich lag zugunsten meines Energiehaushalts einfach mal länger im Bett. Auch wenn sich der Kopfschmerz nicht ganz vermeiden ließ, wollte ich diesen Tag zu einem entspannenden Ausklang machen. </p>
<p>Die Sessiontitel waren teils interessant, teils verwirrend aber Alles in Allem fühlte ich mich wie vor einem furchtbar lecker aufbereiteten Buffett, von dem ich schon so viel gegessen hatte, dass mir der Appetit ausblieb. Gut, ich hatte mir auch in den Tagen zuvor gar nicht so viele Sessions einverleibt, aber irgendwann ist man den ganzen Rummel einfach über. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier</p>
<h4>Die Welt hat maximal 200 Einwohner</h4>
<p>Fast der Schlag traf mich, als ich einen alten Bekannten (Frank, <a href="http://twitter.com/#!/frank_tentler">@frank_tentler</a>) aus Kindheitstagen in der spelunkigen Kalkscheune wiedersah. Wir kannten uns aus einer Zeit ohne Smartphones, Ladestationprobleme und Twitterfeed. Ja ich glaube, sogar Handys und SMS hatten sich noch nicht durchgesetzt. Jetzt machen wir beide was mit Medien. Tja.</p>
<h4>Is this the real life?</h4>
<p>Es kam wie es kommen musste und auch die Offiziellen gaben Ihren dramatisch aufgebauten Abschiedsgruß zum Besten. Und das war in diesem Jahr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aP0tY0uwln0">das Gleiche wie im Jahr davor</a>: Bohemian Rhapsody. Gänsehaut, eine wirklich klasse Show von Spreeblick-Gründer Johnny Häesler (<a href="http://twitter.com/#!/spreeblick">@spreeblick</a>) und viel, viel Applaus. Etwas konträr zu den zwischenzeitlich doch recht garstigen Kommentaren einzelner enttäuschter Besucher. </p>
<p>Zuvor allerdings gab es von eben diesem Johnny schlagfertige Antworten auf die Frage &#8220;Was hat das Internet je für uns getan&#8221;. Was wir anhand eines originellen Diagrams, welches die Wikipedia Eintragslänge zum Maß nimmt, nun wissen: Gott ist großer als Star Wars. Aber die Beatles sind größer als Gott!</p>
<p><a name="tag4" id="tag4"></a></p>
<h3>Postskriptum <small>Samstag, 16. April<br />Oder: Anschluss finden im schönen Minden</small></h3>
<h4>Check it out</h4>
<p>Zum Glück wurde ich an diesem samstäglichen morgen nicht vom sonst so obligatorischen Smartphone-Wecker geweckt. Um kurz nach sieben meinte mein Schlafrhythmus, zum Outro zu kommen und öffnete mir die Augen. Behände schmiss ich meinen berlingetränkten Körper unter die Dusche und meine Klamotten in meinen Reisrucksack. Es ist unglaublich, wie ein violetter Trekking-Rucksack die Streetcredibility minimiert. Aber da Berlin heute sowieso das meiste von mir gesehen haben sollte, wirkte sich das nur marginal auf meine Contenance aus.</p>
<p>Am berliner Hauptbahnhofsbollwerk wurde das Unglück einer knapp liquiden Ungarin zum Karma-Pushup meinerseits. Mit vier unbegrenzt geliehenen Euronen konnte ich der verzweifelten und ursympathischen Dame ihre Weiterreise nach Rostock ermöglichen. Ein gutes Gefühl.</p>
<h4>Kontemplative Reiseerfahrung</h4>
<p>Die Zugreise gestaltete sich als wenig spektakulär und während viele re:publicaner noch in Berlin blieben, hatte ich beim Thema Fahrtgenossen wenig Erfolg. Der Kulturschock stellte sich ein, als ich an meinem Zielbahnhof in Essen ankam. Nun hat Essen nicht gerade die Größe von Berlin, toppt im Hauptbahnhof die Hektik aber doch noch um einiges. Als dann ein Saufgelage mit reichlich Bier im Gepäck meine letzte Tramfahrt verlärmte, wusste ich, ich bin zu Hause</p>
<p>Die Kombination IC => RE => Straßenbahn => Fußweg => Treppensteigen, deren Anstrenungsgrad liniar anzusteigen schien, ließen die Reise ermüdender wirken, als sie tatsächlich war. Die Entleerung meines Rucksackes brachte die bislang unsortierten Mitbringsel von dieser Konferenz zu Tage: Umhängeschild (Badge), Bändchen, Schmutzwäsche und zahlreiche Visitenkarten. Ich resümierte: Berlin und die re:publica waren diese Reise ohne Frage wert. Aber es ist schön, wieder zu Hause zu sein.</p>
<p>Ein Tweet frühstückte den kleinen Wehrmutstropfen, den die Veranstaltung irgendwie hinterließ, schlagfertig ab:</p>
<blockquote>
<p>freue mich auf die sensationellen sessions auf der <a href="/#!/search?q=%23rp12" title="#rp12" class="  twitter-hashtag" rel="nofollow">#rp12</a> von denen, die @<a class="  twitter-atreply" data-screen-name="republica" href="http://twitter.com/republica" rel="nofollow">republica</a> gerade vornölen, wie mies die <a href="/#!/search?q=%23rp11" title="#rp11" class="  twitter-hashtag" rel="nofollow">#rp11</a> doch war.
</p>
<p><cite><a href="http://twitter.com/#!/sinnundverstand/statuses/59180447053258752">Wibke Latwig (@sinnundverstand) am 16. April</a></cite></p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Barcamp, Foocamp, Nerdcamp</title>
		<link>http://mileon.net/2011/03/barcamp-foocamp-nerdcamp/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 09:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen und Camps]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Barcamp Ruhr No. 4 lud nach Essen: Und alle, alle kamen. Ich auch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro" style="background:none">Ende März 2011. In der Unperfektstadt Essen an der schönen Ruhr werden 180 unperfekte Menschen gebarcamped. Augenzeugen müssen fassungslos mit ansehen, wie ein ganzes Unperfekthaus für diese Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen wird. Und ich: mittendrin. Perfekt!<br />
<span id="more-1066"></span><br />
<br />
<a href="http://www.barcampruhr3.de/"><img src="http://www.hirnrinde.de/bcruhr4/bcruhr4_w_400.gif" style="margin:20px auto -20px auto; display:block" alt="barcampruhr4" /></a></p>
<p>Angefangen hat alles mit einer Besuchsankündigung meiner wunderbaren <a href="http://carolin-neumann.de" title="Caros Website">Freundin und Ex-Kommilitonin Caro</a> (<a href="http://twitter.com/#!/carolinN" title="Caro bei Twitter">@CarolinN</a>).  In <a href="http://barcampruhr3.de">Essen fände ein Barcamp</a> statt und frau bräuchte eine Übernachtungsgelegenheit. Und man hätte bei dieser Gelegenheit noch ne Karte für den Sonntag für mich.
</p>
<h3>Was isse &#8216;ne Dampfmaschin&#8217;?</h3>
<p>
Ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp">Barcamp</a> ist was ganz seltsames. Irgendwie eine Konferenz, aber wieder auch nicht. Eine Vortragsreihe, aufgeteilt in Sessions, die wiederum nicht immer Vorträge sind. Ein Familientreffen ohne Verwandtschaft, Menschen mit Twitter-Namen auf der Brust und Macintosh-Produkten in der Tasche. Einfach schön.
</p>
<p>
Es ging also ums Web, um Smartphones, Coding, Gestaltung, Fotografie, Programmierung und all den ganzen Kram, den ich so gerne mache. Bei der spontan zugesagten Warm-Up-Party am Freitag des Wochenendes ergaben sich für mich erste surreale Momente: Menschen, deren Gedanken ich bereits bei Twitter verfolgen durfte, saßen plötzlich zum greifen nah am Nachbartisch. Es gibt sie also wirklich, diese Leute aus dem Internet.
</p>
<h3>Nerd ist nicht gleich Nerd</h3>
<p>
Es sollte sich an diesem Abend noch herausstellen, dass selbst Caro bei bestimmten Themen die Ohren zumacht. Mit Maik (<a href="http://twitter.com/#!/fernmuendlich">@fernmuendlich</a>) und Christopher (<a href="http://twitter.com/#!/JohnnyThan">@JohnnyThan</a>) in Gespräche über Overflows, Drupal, font-size und Lieblingskunden vertieft, suchte die Journalistin bei der Steph (<a href="http://twitter.com/#!/DieSteph">@DieSteph</a>) Konversation mit weniger Gefasel. Sie verriet mir aber, dass sie sich von unserem Sprachcode seltsam fasziniert fühlte.
</p>
<h3>Dabei sein ist alles</h3>
<p>
Da mein Ticket für das Barcamp nunmal nur für den Sonntag galt, hatte ich am Samstag Gelegenheit, mich um ganz andere Dinge zu kümmern. Gleichzeitig brachte die Twitterwall mit dem Hashtag #bcruhr4 das Barcamp in meine vier Wände. Man kann sich das so vorstellen: Während des ganzen Ablaufs in Essen wurden zahlreiche Tweets von den Teilnehmern abgesetzt und mit dem Schlüsselbegriff &#8220;bcruhr4&#8243; gekennzeichnet. Ich glaube, die Tweetpflicht bei solchen Veranstaltungen ist mittlerweile gesetzlich verankert. Meine Twitterwall tat also nichts weiter, als mir alle Tweetnachrichten, die diesen Schlüsselbegriff benutzten, anzuzeigen. DSF is&#8217;n Witz dagegen. Denn: </p>
<blockquote>
<p>Ich bin Gunnar, XING-Spezialist, SEO-Berater und verkaufe Heilkristalle.</p>
<p><cite>Gunnar bei der Vorstellungsrunde auf dem BarCamp Ruhr 4</cite></p>
</blockquote>
<h3>Einschulung</h3>
<p>Am Sonntag ging es dann für mich los. Einchecken, T-Shirt abholen, Vorstellungsrunde verpassen, Session-Planung mitmachen. Und da der Hunger trieb und das Essen in dieser essener Bar so unheimlich essbar ist, musste dann auch direkt die erste Session dran glauben. Im nächsten Block wurde es zum Thema Creative Commons und Urheberrecht bei Manuel (<a href="http://twitter.com/#!/Schmutte">@Schmutte</a>) interessant. Quintessenz:</p>
<blockquote>
<p>Bildrecht is a bitch und Creative Commons zwar &#8216;ne geile Sache, aber dank deutschem Recht voller Tücken</p>
<p><cite>via <a href="http://twitter.com/#!/CarolinN/statuses/51954208366276608">@CarolinN</a></cite>
</p>
</blockquote>
<p>
Das Tolle an Barcamps ist ja, dass eine Session zwar etwas mit dem Themenschwerpunkt zu tun haben <em>sollte</em>, aber nicht zwangsläufig <em>muss</em>. Caro und Antonia (<a href="http://twitter.com/#!/quelltexterin">@quelltexterin</a>) ließen sich zu einer Session hinreißen, die sich &#8220;<strong>Bring den Nerd zum Tanzen</strong>&#8221; schimpfte. Ich und auch ein paar sensationsgierige Kameraobjektive waren dabei. Mein Peinlichkeit-o-meter allerdings habe ich zum Glück vorher an der Tür abgegeben und laut Andreas (<a href="http://twitter.com/#!/ScottyTM">@ScottyTM</a>) ist das Recht am eigenen Bild notwehrfähig. Dennoch: trotz erfolgreichem Memphis-Gruppen-Line-Dance bezahlte ich meine Leichtsinnigkeit mit einem gezerrten Wadenmuskel.
</p>
<h3>In den Sonnenuntergang reiten</h3>
<p>
Großartigerweise war das Wetter an diesem Wochenende in Essen zu Haus. Auf der Dachterrasse des unperfekten Etablissements wurden Barcamper und Nicht-Barcamper von wohlgesonnten Sonnenstrahlen wohl gesonnt. In der Abschlusssession, die diesen Genuss zum Glück nur temporär unterbrach, einigte man sich darauf, demnächst auf weniger gutes Essen zu achten. Verständlich, hieß es doch zwischenzeitlich: </p>
<blockquote>
<p>Das #bcruhr4 ist super, aber dieses viele Gelaber zwischen den zwölf Mahlzeiten ist etwas anstrengend.</p>
<p><cite>via <a href="http://twitter.com/#!/dantz/statuses/51958931936903168">@dantz</a></cite></p>
</blockquote>
<p>Achja, und <a href="http://twitter.com/#!/CarolinN/statuses/52044286799257602">mich gab&#8217;s aufm Dach dann auch nochmal</a>, akustisch, ungestimmt und plagiatös. Aber hey, <a href="http://tylerrigby.com">ich bin Rockstar</a>, ich darf das. . </p>
<h3>Ich wurde gebarcamped!</h3>
<p>Für mich war das ein großartiges Wochenende. Nicht unerwähnt bleiben soll hier Stefan (<a href="http://twitter.com/#!/hirnrinde">@hirnrinde</a>), dem als Chef vonns Ganze diese Veranstaltung wirklich gelungen ist.</p>
<p>Die oben erwähnten Kameras wurden im Übrigen durch ein chices Mikrofon ergänzt, das auch das ein oder andere Gespräch (oder Gejaule) auditiv festgehalten haben muss. Anno jetzt stehen Zusammenschnitte und Podcasts noch aus. Doch die sind bestimmt schneller in meiner Timeline als die Kompensation der mich völlig überrumpelnden Zeitumstellung.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Gegen Interessensgegensätze</title>
		<link>http://mileon.net/2011/02/gegen-interessensgegensaetze/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 19:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitswelten]]></category>

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		<description><![CDATA[Hassliebe Kapital und Arbeit]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Meine Wenigkeit arbeitet gerade an einem didaktischen Konzept für junge Menschen, die sich in Kürze in einem Betrieb als Azubiene oder PraktikantIn verwirklichen möchten. In den Unterlagen zu Inhalt und Methoden steht ein Grundbaustein ganz wichtig zu allererst: Der so genannte Interessensgegensatz zwischen Kapital und Arbeit. Das schreit nach angebrachter Gesellschaftskritik.<span id="more-1038"></span></p>
<p>Gegensätze zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind so alt wie dieses Paar selbst. Dass sie in unserer hippen, modernen Innovationsgesellschaft aber Grundlage aller Kommunikation ist, irritiert mich.</p>
<h3>Lose-lose Situation?</h3>
<p>Das Lager der Angestellten ruft: Wir wollen mehr Lohn, Freizeit und nettes Arbeitsklima. Die Unternehmer, also Arbeitgeber, entgegnen: Könnt ihr euch alles abschminken, uns geht&#8217;s nur um Gewinnmaximierung auf Kosten eurer Freizeit, eures Gehalts und Arbeitszufriedenheit. Und obwohl es so in den Lehrbüchern steht, frage ich mich unwillkürlich: Seriously? Ist das der Weg, den unsere Gesellschaft zu wählen entschied? </p>
<h3>Stell&#8217; dir vor, du könntest dein Allerbestes geben</h3>
<p>Meine Gedanken schweiften nach Utopia, in der zufriedene Arbeitnehmer großartige Produkte und Dienstleistungen schaffen. Eine Welt, in der Unternehmer Ihren Angestellten freie Arbeitseinteilung gewähren, weil sie wissen, dass sie zu IHRER Zeit und mit IHREM Plan in viel <em>kürzerer Zeit viel effizienter Arbeiten können</em>. Utopia, du unmögliches Land, du Spinnerei eines Weltverbesserers, du&#8230; wie, solche Arbeitsplätze sind existent? Hier, in unserer Welt? </p>
<h3>Festgefahren in konservativen Werten</h3>
<p>Ich halte diese konservative Einstellung eines Arbeitgebers, der sich &#8211; im Prinzip &#8211; einen Dreck um die Zufriedenheit seiner Angestellten kümmert, nicht nur für obsolet, sondern für unwirtschaftlich. Keine Zufriedenheit bedeutet keine Motivation, keine Motivation führt zu uneffizienter Arbeit, im schlimmsten Fall fügt es Unternehmen und Menschen Schaden zu. Unsere &#8220;Dienstleistungsgesellschaft&#8221; hat stoische, repetitive Fließbandarbeit ohnehin ad Acta gelegt. Also was soll diese unkritische Indoktrination eines scheinbar gottgegebenen Interessensgegensatzes, wenn es anders doch viel besser geht?</p>
<p>Google und Yahoo beispielsweise haben nicht nur <a href="http://www.silicon.de/galerie/0,39038958,39160719,00/bildergalerie_google_land_in_muenchen.htm">unkonventionell eingerichtete Räume</a>, sondern veranstalten nach meinen Information auch regelmäßig so genannte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hack_Day">Hack Days</a>, in denen sich die Entwickler 24 Stunden lang um ein Projekt Ihrer Wahl kümmern können. Am Ende gibt es Kuchen, Lorbeeren und Party. Geschätzte 70% (besser Wissende mögen mich hier korrigieren) aller Produkte und Services der Unternehmen entstehen in diesen 24 Stunden. Kosten/Nutzen-Rechnung anyone?</p>
<p>Oder fragen wir einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner">Götz Werner</a>, langjähriger Geschäftsführer der Drogeriekette dm, der sich für sozialistisch anmutende Modelle wie das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen">bedingungslose Grundeinkommen</a> einsetzt. Ein Kapitalist auf Seiten der Arbeitnehmer? Interessenskongruenz statt Gegensatz!</p>
<h3>Für die Sache, nicht für&#8217;s Geld arbeiten wir</h3>
<p>Kein Mensch auf dieser Welt arbeitet nur für Geld. Motivation schöpft sich aus der Sache selbst, nicht aus der Belohnung dafür. Daher will auch kein Mensch nur arbeiten, damit er oder sie irgendwann Urlaub haben kann. Und kein &#8220;guter&#8221; Arbeitgeber sollte seine Gewinnmaximierung auf Kosten der Zufriedenheit seiner Angestellten durchdrücken. Wie das alles zusammenhängt wurde im übrigen schon zig mal untersucht und begründet und beispielsweise hier kreativ (und vermutlich ohne irgendein Honorar) zusammengefasst:</p>
<h3>Die überraschende Wahrheit darüber, was uns motiviert</h3>
<p><iframe title="YouTube video player" width="100%" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/u6XAPnuFjJc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Achso: Selbständig arbeiten ist awesome!</p>
<h3>Update: Beispiel los!</h3>
<p>Dank <a href="https://twitter.com/#!/johnnythan">@JohnnyThan</a> wurde ich kürzlich auf einen Artikel über eine Firma aufmerksam gemacht, welche eine großartige Beispielfunktion für ein funktionierendes, frei atmendes und soziales Unternehmen darstellt: <a href="http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2010/die-befreiung-der-arbeit-das-7-tage-wochenende.html">Die Befreiung der Arbeit</a> bei sein.de.</p>
<p>Meine Lieblingssätze:</p>
<blockquote>
<p>Wer braucht eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag? Wir brauchen Leute, die ein bestimmtes Ergebnis abliefern. Mit vier Stunden, acht Stunden oder zwölf Stunden im Büro &#8211; sonntags kommen und Montags zu Hause bleiben.</p>
<p><cite><a href="http://edition.cnn.com/2004/BUSINESS/05/19/go.semlar.transcript/">Ricardo Semler</a></cite></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>Das Rezept ist einfach: Behandele deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so. Je mehr Freiheiten du ihnen gibst, desto produktiver, zufriedener und innovativer werden sie.</p>
<p><cite>Aus dem o.g. Artikel</cite></p>
</blockquote>
<p>Bingo.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Hurra, hurra, re:publica!</title>
		<link>http://mileon.net/2011/02/hurra-hurra-republica/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 13:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konferenzen und Camps]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorfreude auf die Konferenz über die digitale Gesellschaft]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Bahnfahrkarte nach Berlin und zurück: irgendwas bei 100 Euro. Hostel-Zimmer pro Nacht: <del>39</del> <ins>19</ins> Euro. Blogger-Ticket für die re:publica: 85 Euro. Mit <a href="http://carolin-neumann.de">Caro</a> und <a href="http://savethepony.de">Chrisi</a> Berlin unsicher machen: unbezahlbar.<span id="more-1021"></span></p>
<p><a class="float-left" title="Wer nicht kommt, ist nicht dabei." href="http://re-publica.de/11/"><img src="http://re-publica.de/11/wp-content/banner/300b.jpg" alt="re:publica 11" /></a>Achja Berlin. Es ist so schön, einen wirklich triftigen Grund dafür zu haben, ein Heidengeld für einen geschäftlichen Zweck ausgeben zu können und ganz im Geheimen darauf zu hoffen, einfach mal wieder meine Lieblingshauptstadt inhalieren zu dürfen.</p>
<p>Die gute <a href="carolin-neumann.de">Caro</a> erzählte schon letztes Jahr relativ euphorisch von der <a href="http://re-publica.de/11">Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft</a>. Für dieses Jahr liebäugelten wir zwei sogar zusätzlich, ein Paper für die re:publica einzureichen, also einen Beitrag zu und im Rahmen dieser Konferenz zu halten. Naja, wie gesagt, wir liebäugelten. Das muss für dieses Jahr reichen. Man kann ja nicht alles gleichzeitig</p>
<p>In jedem Fall freue ich mich auf diesen Termin, auf Berlin, Caro und Chrisi und die Dinge, die da kommen. Welche das dann sind bzw. waren werde ich hier dann ausführlich berichten.</p>
<p><strong><a href="http://mileon.net/2011/04/live-von-der-republica/">Und hier berichte ich über die re:publica im Dabeisein. &raquo;</a></strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Über den Umgang mit Feedback</title>
		<link>http://mileon.net/2010/05/uber-den-umgang-mit-feedback/</link>
		<comments>http://mileon.net/2010/05/uber-den-umgang-mit-feedback/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 13:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prozess Webdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Kritik: ein wichtiger Faktor für eine gelungene Website]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Niemand ist eine Insel. Feedback, Rückmeldungen und Kritik sind wichtige Institutionen, die jede/r kommunikationsorientierte Kreative dankbar entgegennehmen sollte. Auch Auftraggeber holen sich stets mehrere Meinungen ein, die Einfluss auf das gemeinsame Projekt haben. Wie aus Feedback ein wertvoller Mitarbeiter werden kann.<span id="more-537"></span></p>
<h3>Ich bespreche das noch einmal mit meiner Frau</h3>
<p>Es ist schon interessant: Auftraggeber und Kunden würdigen zwar stets die professionelle Einschätzung des Webworkers, aber wenn beispielsweise das Rot der Kopfzeile der besten Freundin des Kunden etwas zu sehr ins Bläuliche verläuft, gibt es kein Halten mehr. Dieser Lobby ist kein Auftragnehmer gewachsen.</p>
<p>Es macht dennoch keinen Sinn, diese Einwände kategorisch schlecht zu reden. Denn fast immer haben diese Kritikpunkte etwas mit der Identifikation, der Wirkung und Perspektive der Website zu tun und decken Bereiche auf, die von den Projektbeteiligten nicht oder nicht mehr gesehen werden. Durch das kontinuierliche Befassen mit einem Thema entwickeln sich automatisch einige &#8220;blinde Flecke&#8221;, die durch einen Perspektivwechsel mithilfe anderer Personen entlarvt werden können.</p>
<h3>Kritik einordnen und bewerten</h3>
<p>Im Journalismus gibt es eine Methode, die sich Quellenbewertung nennt. Genauso verhält es sich mit Feedback und Kritik. Es ist entscheidend, von wem und in welchem Kontext ein bestimmter Punkt geäußert wird, denn es gibt unterschiedliche Arten von Feedback.</p>
<h4>Spontanes und ehrliches Feedback</h4>
<p>Gut gemeinte Kritik von Freunden und Bekannten ist mitunter die hilfreichste, wenn man sie richtig einordnet. Sie ist häufig assoziativ und an persönlichen Geschmäckern und eigenem Verständnis von Webseiten festgemacht. Im besten Fall ist sie ehrlich und konstruktiv. Sie kann aber auch das eigene Verständnis der Zielgruppe für einen Moment verzerren, weil sie auf Dinge aufmerksam macht, die zwar für besagte Bekannte relevant ist, für die Zielgruppe aber eben nicht oder genau umgekehrt.</p>
<p>Beispiel: Das Konzept und die Funktionsweise eines Blogs mag meiner heißgeliebten und ästhetisch feinfühligen Tante fremd sein. Sie wird sich wundern, was das alles mit den Kategorien und Paginierungen auf sich hat. Meine Zielgruppe in der Blogosphäre allerdings nicht. Im Gegenteil: sie würde auf den Bruch mit bestimmten Konventionen unangenehm reagieren.</p>
<h4>Verbessernde Kritik</h4>
<p>Manches Feedback setzt auch direkt mit Verbesserungsvorschlägen an. Diese Form der Kritik kommt oft von anderen Profis, semi-professionellen oder auch von Menschen, die &#8220;irgendwas mit Medien&#8221; machen. Sie kann wertvolle Anregungen liefern, läuft aber auch Gefahr, auf einer selbstdarstellerischen Motivation zu beruhen. Ich möchte ehrlich sein: auch ich tappe hin und wieder in die Falle, mein Wissen und Können anhand von Kritikpunkten an anderen Projekten zu demonstrieren. Doch auch hier fällt schnell auf, dass viele meiner herausposaunten Punkte relativiert werden, sobald ich mich intensiver mit dem Konzept und der Zielgruppe der Website befasse &#8211; und feststelle, dass alles doch sehr gut aufeinander abgestimmt ist.</p>
<h4>Kritik um der Kritik Willen</h4>
<p>Hin und wieder kommt auch Feedback zum tragen, das den Anschein macht, als hätte man förmlich nach Fehlern gesucht. Zu erkennen ist sie oft daran, dass ein Gefühl entsteht, das viele Fragezeichen aufwirft, worauf der oder die Kritisierende eigentlich hinaus will. Im besten Fall wird durch diese Pingeligkeit das ein oder andere Manko noch ausgemerzt, selbst wenn es kein Kernproblem darstellt. Sie kann aber auch unsachlich und geringschätzend wirken. In diesem Fall heißt es nicken, danken und vergessen.</p>
<p>Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig. Doch mir begegnen die o.g. Feedback-Typen bisher am häufigsten.</p>
<p>Jedes erwünschte Feedback unterliegt ohnehin einem Phänomen: Sobald jemand gebeten wird, auf eine Frage zu antworten, ändert sich der Inhalt der zu erwartenden Antwort, da sich die Einflussfaktoren geändert haben. Wirklich völlig authentisches und einflussfreies Feedback ist also so gesehen gar nicht möglich.</p>
<p>Doch überprüfen Sie auch immer sich selbst: Sie mögen noch so gute Gründe haben, eine bestimmte Entscheidung getroffen zu haben, wenn Sie die Kritik an dieser Entscheidung emotional trifft, ist meistens etwas dran. Überprüfen Sie, woran das liegt. Stehen sie wirklich hinter der Entscheidung? Gibt es einen sinnvolleren, alternativen Weg? Oder stört sie etwas ganz anderes?</p>
<h3>Machen Sie Redaktionsschluss, aber sammeln sie weiterhin wertvolles Feedback</h3>
<p>Grundsätzlich gilt: reagieren Sie nicht gleich ad hoc auf das Feedback und verschlimmbessern das Design, die Funktion oder die ganze Website sukzessiv mit jedem neuen Hinweis. Sie sparen Zeit und Geld, wenn Sie die Kritikpunkte erst einmal sammeln, wirken lassen und bewerten um anschließend zu entscheiden, welches Feedback tatsächlich Handlungsbedarf erzeugt.</p>
<p>Sind die Entscheidungen einmal gefallen, doch es stehen noch Feedbacks aus, machen Sie dennoch Redaktionsschluss. Im Prozess des Webdesigns ist es an vielen Punkten notwendig, sich auf ganz klare Absprachen verlassen zu müssen, da sich sonst Basisarbeit und Detailarbeit gegenseitig behindern. Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen, sammeln sie aber dennoch weiterhin wertvolles Feedback &#8211; der nächste Änderungswunsch kommt bestimmt. Dann können vorhandene Punkte noch einmal neu bewertet und ggf. umgesetzt werden.</p>
<h3>Am Ende alles nur Gutdünken?</h3>
<p>Die Sache mit dem Feedback aus einer überschaubaren Gruppe kommt noch mit einem entscheidenden Problem daher: ebenso wie Kundenwünsche und Profiempfehlungen handelt es sich nicht um wirklich repräsentative Erhebungen. Ob eine Website die Ziele erfüllt, für die sie konstruiert wurde, lässt sich bei jeder Website nur nach einiger Zeit herausfinden. Es wird also ohnehin irgendwann müßig, Entscheidungen zu überdenken und nochmals zu verändern, wenn noch nicht einmal wirklich geprüft werden konnte, ob vorige Lösungen überhaupt zum Ziel führten.</p>
<p>Es gilt also neben dem direkten Feedback immer im Auge zu behalten, wie das Publikum auf die Website und auf Veränderungen an derselben reagiert. Dabei helfen klassische empirische Methoden wie Befragungen oder Tests aber auch dankbarerweise Analysetools wie Google Analytics.</p>
<p>Einzelne Meinungen sind also zu bewerten und immer in den Kontext mit Kommunikationsziel, Zielgruppe und natürlich harten Fakten durch Analysen zu setzen. Mit diesen Prozesseckpfeilern im Hinterkopf lassen sich nach meiner Erfahrung Kritik und Feedback stressfrei einordnen und werden zu nützlichen und nicht nervigen Faktoren auf dem Weg zu einer gelungenen Website.</p>
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		<title>Gutes Design funktioniert nicht ohne Ziele</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 13:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designfragen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wir eigentlich gestalten, wenn wir von Webdesign reden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro" style="background:none">Design macht einen Großteil der Arbeitszeit vieler Webworker aus. Auch wenn in manchen Fällen ein wahres Kunstwerk entsteht, ist der Ansatz des Screen-, Web- oder Grafikdesigns doch ein grundlegend anderer als der eines künstlerischen Schaffens. Und das ist für kommunikative Bereiche auch enorm wichtig.<span id="more-533"></span><img style="margin:20px 0 -30px 0" src="http://mileon.net/wp-content/uploads/2010/05/pfeile.jpg" alt="Pfeile zeigen auf ein Designziel" title="pfeile" width="575" height="194" class="aligncenter size-full wp-image-1060" /></p>
<h3>Design ist keine Kunst um ihrer selbst willen</h3>
<p>Niemand würde der Gestaltungsbranche ihre künstlerischen Eigenschaften absprechen. Aber sie unterscheidet sich von &#8220;der Kunst&#8221;, die um ihrer selbst willen gestaltet wird: sie hat immer eine Botschaft zu übermitteln. Und nicht selten macht sie es sich auch zur Aufgabe, eine ganz bestimmte und sehr konkrete Reaktion beim Publikum auszulösen. Zum Beispiel das Kaufen eines Produkts. Oder der Griff zum Telefonhörer.</p>
<p>Gerade im modernen Webdesign steht der funktionale Ansatz im Vordergrund. Das Bauhaus-Prinzip greift: Die Form folgt der Funktion. Und diese Funktion ist idealerweise klar umrissen.</p>
<h3>Warum gestalten wir überhaupt?</h3>
<p>Sie wollen also eine coole Website? Gerne. Und warum? Weil Sie jemandem gefallen wollen &#8211; nämlich ihrem Publikum. Und wieso? Weil sie das Publikum an sich binden möchten, damit es ihre Produkte kauft. Aha. Tja, dann werden wir mal schauen, wie wir das in einem überwiegend visuellen Medium gestalterisch erreichen können.</p>
<p>Wir gestalten also eigentlich keine Website, sondern eine Funktion. Wir definieren Botschaft, Ziel und Zielgruppe und gestalten dahingehend ein Mittel zum Zweck. Es fällt auf, dass in diesem Prozess die Aussage und der Inhalt im Mittelpunkt stehen und Layout, Farben, Typographie und Bilder &#8220;nur&#8221; Werkzeuge sind.<br />
Der Webdesigner Ben Hunt bringt das anschaulich auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>Gestalte den Inhalt, nicht die Box, die ihn beinhaltet</p>
<p><cite>Ben Hunt in <em>Save the Pixel</em></cite></p>
</blockquote>
<h3>Definieren Sie Ziele und halten Sie sich daran</h3>
<p>Wer anfängt, an einem Design nach und nach immer wieder kleinere Verschlimmbesserungen vorzunehmen, läuft Gefahr, die eigentliche Absicht hinter der Gestaltung aus den Augen zu verlieren. Auch mir passiert es, dass ich mich während der Entwicklung für irgendwo anders aufgegriffene Elemente begeistere und diese am liebsten direkt in mein aktuelles Design einbauen möchte. Ob sie wirklich dem Gestaltungsziel zuträglich sind, steht dabei leider auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Helfen kann dabei die (schriftliche) Festlegung der Designziele. Fragen Sie sich zu beginn des Prozesses nicht, wie die Website aussehen soll. Fragen Sie sich lieber, welche Reaktion das fertige Produkt auslösen wird. Wie wird man über die zukünftige Website reden? Zäumen Sie das Pferd von hinten auf und gehen sie immer davon aus, dass der Inhalt der Website die Aussage trägt und das Design diese Aussage gefälligst zu hundert Prozent zu unterstützen hat.</p>
<h3>Nicht alles ist für jeden gleich wichtig</h3>
<p>Es mag ja sein, dass Ihre Website in eine bestimmte Kategorie fällt &#8211; sie kann zum Beispiel ein Blog sein, eine Verkaufsplattform oder eine Werkgalerie. Vergleiche zu anderen Auftritten sind dann obligatorisch. Aber nur, weil ähnlich positionierte Webauftritte bestimmte Ziele verfolgen, müssen das nicht die Ihren sein. Blinde Übernahme nach dem Motto &#8220;so macht man das heute&#8221; ist kein Königsweg.</p>
<p>Beispiel: Ich pflege hier einen Blog. Aber ich habe mich dagegen entschieden, meine Seitenlseiste Blog-typisch mit Monatsarchiven oder Tags zu dekorieren, denn dafür fehlt mir zum einen die entsprechende Frequenz, welche die Monats-Archive rechtfertigen würde, und zum zweiten verwende ich überhaupt keine Tags. Jedenfalls noch nicht. Zwar ordne ich meine Artikel auch nach Datum, stelle diese Information aber nicht in den Vordergrund, da ich meine Artikel zum einen nicht tagesaktuell und zum anderen auf Nachhaltigkeit orientiert schreibe.</p>
<p>Ich breche damit und mit anderen Dingen einige Konventionen eines klassischen Blogs zugunsten meiner Botschaft und meines Publikums.</p>
<p>Auf der anderen Seite reichere ich mein Design an, um es zweckdienlicher zu machen, nicht hübscher. Der auf den Haupt-Seiten grün abgegrenzte Bereich ist auffällig, weil er die wichtigsten Informationen beinhaltet. So lässt sich bereits beim Querlesen, im Netz auch &#8220;scanning&#8221; genannt wichtiges von zweitwichtigem Unterscheiden.</p>
<p>Ich gestehe, nicht jedes allerletzte Element einer Website lässt sich Ad Hoc einem Zweck zu ordnen. Einiges entsteht auch aus einem allgemeinen Funktions- und Gestaltungsverständnis heraus &#8211; oder tatsächlich auch, weil es der Ästhetik zuträglich ist. Aber selbst dann kann es nur gut sein, wenn es die Emotion unterstützt, welche die Website auslösen soll. Und das geht nur, wenn über Inhalt und Botschaft ein Ziel definiert ist.</p>
<p>Jeffrey Zeldman darf zum Abschluss mit einer viel zitierten Aussage erhalten:</p>
<blockquote><p>Inhalt geht dem Design voraus. Design ohne Inhalt ist kein Design sondern Dekoration.</p>
<p><cite>Jeffrey Zeldman via Twitter</cite></p>
</blockquote>
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		<title>Arbeit mit Semantik: sinnvoll und effizient</title>
		<link>http://mileon.net/2010/04/arbeit-mit-semantik-sinnvoll-und-effizient/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 08:52:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Dokumente, Formatvorlagen und Stylesheets]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="intro">Dokumente aus Textverarbeitungsprogrammen wie Word sind Webdokumenten nicht unähnlich. Beide transportieren Inhalte, überwiegend in Textform, die strukturiert und formatiert sind. Die Frage ist nur <em>wie</em>.<br />
<span id="more-253"></span></p>
<h3>Kennen Sie Formatvorlagen?</h3>
<p>Sie sind seit unzähligen Versionen in zahlreichen Textverarbeitungsprogrammen Standard: Formatvorlagen. Und doch sehe ich kaum jemanden, der sie wirklich produktiv einsetzt.</p>
<p>Der gängige Weg, ein Dokument zu Formatieren läuft so: Text schreiben, mit mehreren Absätzen voneinander trennen (ggf. mit Tabs und Leerzeichen ausrichten) , Textteil für Textteil markieren und über die Formatierungsleiste vergrößern, fetten, Schriftart wechseln usw.</p>
<p>Daraus ergibt sich ein einigermaßen konsistentes Bild der Textdarstellungen, das eine gewissen Logik erahnen lässt. Das Problem ist nur: rein technisch steckt dahinter keine. Denn jeder Absatz enthält eine Fülle von Formatierungsinformationen, die für auch gleich aussehende Absätze wieder und wieder definiert werden. Gleiches gilt für alle anderen Elemente wie Überschriften, Listen, Aufzählungen, Tabellen.</p>
<p>Formatvorlagen bringen Logik in das Dokument: sie sind wie eine Art Klassenname, der den Elementen zugeordnet werden. <em class="silverback">Diese Zeile ist eine Überschrift 1. Grades</em> steht dann als einzige Information an dem entsprechenden Element. Dass diese Überschrift 20pt groß, fett und dunkelblau sein soll, steht dort nicht &#8211; sondern im großen Pool der Formatierungsregeln. Die Formatvorlage <em class="silverback">Fließtext</em> kann beispielsweise die Infos &#8220;Arial, 12pt, 1,5 Zeilen Abstand, schwarz, linksbündig&#8221; beinhalten. Absätze, die als Fließtext verwendet werden, erhalten die Info &#8220;Du bist ein Fließtext&#8221;. Fertig.</p>
<h3>Riesenvorteil Übertragbarkeit</h3>
<p>Was ist, wenn jeder Fließtext doch nicht in Arial, sondern in Verdana gesetzt sein soll? Formatierungsregel für &#8220;Fließtext&#8221; ändern &#8211; und glücklich sein. Sie erahnen die Effizienz von Formatvorlagen?</p>
<p>Rein theoretisch lassen sich so Dokumente erstellen, die nur noch aus Inhalt und Klassennamen bestehen &#8211; und mit dem Austausch der Formatierungsregeln völlig neue Layouts mit einem Klick entstehen lassen können. Plattformübergreifend.</p>
<p>Praktisch wird diese Technik im modernen Webdesign eingesetzt. Dort redet man von Klassen und Stylesheets.</p>
<h3>Trennung von Inhalt und Layout</h3>
<p>Dieses Prinzip der Vergabe von Klassennamen und der Verwendung von Formatierungs- bzw. Gestaltungsregeln entspricht dem Übercredo der Webstandards: Trennung von Inhalt und Layout. Das hat nicht nur technische Vorteile (kleinere Dateien, weniger HTTP-Requests durch Caching der Stylesheets etc.) sondern erspart eine Menge Arbeit. Denn die Stylesheets, also das Gestaltungsregelwerk, gilt Dokumentübergreifend für alle zugeordneten Webpages einer Website &#8211; und wenn man will auch darüber hinaus. Was früher zu Schweißausbrüchen geführt hat, ist nun mit der Editierung einer einzigen Datei erledigt.</p>
<h3>Webseiten und Semantik</h3>
<p>Die Auszeichnungssprache HTML ist von Grund auf mit semantischen Elementen bestückt. Das heißt, es gibt mehr als nur &#8220;frei&#8221; ausgedachte Klassen, sondern fest zu verwendende Elementnamen. Sie beschreiben die Semantik, also die inhaltliche Bedeutung eines Elements. Einige Standardelemente sind Überschriften, Absätze, Listen, Zitate.</p>
<p>Das geht über die Formatierungsregel hinaus: ein Element kann aussehen wie es will, solange es nur semantisch korrekt bezeichnet ist. Das hat den Vorteil, dass die Bedeutung auch bei fehlenden Gestaltungsregeln nicht verloren geht &#8211; und das Dokument immer strukturiert bleibt und jederzeit fehlerfrei gelesen werden kann. Denn: nicht das Layout oder das Format definiert die Logik und die Struktur des Dokuments, sondern die semantisch korrekt bezeichneten Elemente.</p>
<h3>Beweis gefällig?</h3>
<p>Sie können die saubere Auszeichnung mit semantischen Elementen auch an dieser Website testen. Der folgende Link entfernt nämlich besagte Stylesheets. Was sie dann zu sehen bekommen, ist hauptsächlich Text, der aber immer noch sinnvoll und logisch strukturiert ist &#8211; auch mit Formatierungen, denn jetzt greift das Standard-Stylesheet Ihres Browsers, das immer dann zum Tragen kommt, wenn keine Gestaltungsregeln vom Webauthor bereitgestellt wurden. <small>Laden Sie die Seite einfach neu, wenn Sie wieder zur alten Ansicht gelangen möchten</small></p>
<p><a href="javascript:for(i=0;i<document.styleSheets.length;i++)%7Bvoid(document.styleSheets.item(i).disabled=true);%7Del=document.getElementsByTagName('*');for(i=0;i<el.length;i++)%7Bvoid(el%5Bi%5D.style.cssText='');%7D">Stylesheet entfernen</a><br />
<small>JavaScript aus dem Bookmarklet von <a href="http://dorward.me.uk/software/disablecss/">David Dorward</a></small></p>
<h3>Was bedeutet das für die Entwicklung?</h3>
<p>Wenn man diese Generalisierung der Gestaltungsregeln weiterdenkt, bedeutet das natürlich, dass auch viele mögliche Formatierungsbedürfnisse beim Anlegen der Stylesheets berücksichtigt werden müssen. Von daher ist es immer sinnvoll, sich wirklich intensiv über den gestalterischen Aufbau einer Website Gedanken zu machen &#8211; eine Art Handbuch für das Corporate Design der Website.</p>
<p>Um effizient bei der Arbeit bleiben zu können, stelle ich häufig den ein oder anderen &#8220;pingeligen&#8221; Kundenwunsch in Frage. Definiert eine Gestaltungsregel einen Abstand von 20 Pixel, aber der Kunde möchte an genau einer Stelle einen etwas geringen Abstand haben, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der zu investierenden Zeit, für einen von fünfzig Fällen eine extra Regel zu erstellen und einzubinden.</p>
<p>Das mag bequem klingen, aber es geht mit allgemeinem guten Design konform: gutes Design, das auf verschiedene Inhalte angewendet werden kann, ist durchdacht, die Elemente passen zueinander, auch wenn sich Inhalte verändern.</p>
<p>So jedenfalls erlebe ich täglich den reflektierenden Einfluss aus der technischen Entwicklung auf das Design. Gut, wenn man sich in beiden Bereichen zu Hause fühlt (ein bisschen <a href="http://mileon.net/schwerpunkt/">Eigenwerbung</a> muss sein). Eine Bitte an alle Menschen mit einem Wunsch nach einer Website: ziehen Sie von Anfang an beide Disziplinen mit in die Planung ein.</p>
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